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Kostbarkeiten aus der Sternwarte

Vortrag über Gauß-Instrumente Kostbarkeiten aus der Sternwarte

Im Seminar „Physikalische Grundlagen der historischen Gauß-Instrumente“ haben 20 Studierende neun Messgeräte untersucht. Am Dienstag stellten vier von ihnen an der Wirkungsstätte von Carl Friedrich Gauß (1777-1855), in der historischen Sternwarte, ihre Ergebnisse vor.

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Gespannt lauschen die Studenten den Vorträgen zu Gauß.

Quelle: Wenzel

Göttingen. „Es ist schon total beeindruckend, das Gerät zu sehen, das er in Händen hatte vor 200 Jahren“, beschreibt Lehramtsstudentin Janine Wallat die Arbeit mit dem Heliometer. Der Sonnenmesser stammt, wie alle untersuchten Gerätschaften, aus dem Physicalischen Cabinet. Wallat beschrieb mit ihrem Kommilitonen Hendrik Reinecke, wie sie ihre Ergebnisse über das Gaußsche Instrument für die Erfassungsdatenbank kuniweb.de erarbeiteten. Zum Abschluss ihrer Seminararbeiten werden alle 20 Seminarteilnehmer ihre Daten eingeben.

Ziel der Professoren Susanne Schneider und Konrad Samwer ist es, den Physik-Studenten die historischen Instrumente zu vermitteln. Für die Lehramtsstudierenden, die Hälfte der Teilnehmer, bietet das Seminar wertvolle Anregungen, so Schneider. Sie geht davon aus, dass am Beispiel der mechanischen Instrumente im Schulunterricht Inhalte von Mathematik und Physik gut vermittelt werden können.

Greg Talarowski, Bachelorstudent, hat „das Vermächtnis eines bekannten Mannes untersucht“. So sieht er das Sphärometer, das der Göttinger Gerätebauer Moritz Meyerstein (1808-1882) anfertigte und benutzte. Kommilitonin Henrike Probst nennt das Sphärometer „eine Kostbarkeit, die sehr klein und empfindlich ist“. Die Physik-Masterstudentin stellte mit Talarowski das von Cauchoix entwickelte Messgerät vor, das in der Konstruktionsweise seit 1810 als sicher eingesetzt gilt. Es wurde von Optikern und Astronomen genutzt zur Bestimmung des Krümmungsradius von geschliffenen Linsen und gebogenen Spiegel. Sphärometer sind auch heute noch im Einsatz, aber in anderer Form und mit automatischen Messvorrichtung - ohne Stellschrauben oder Messrad.

Im Seminar „Physikalische Grundlagen der historischen Gauß-Instrumente“ haben 20 Studierende neun Messgeräte untersucht. Am Dienstag stellten vier von ihnen an der Wirkungsstätte von Carl Friedrich Gauß (1777-1855), in der historischen Sternwarte, ihre Ergebnisse vor.

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Das Gaußsche Handfernrohr wurde im Jahr 1815 angefertigt in der Werkstatt Utzschneider, Reichenbach und Fraunhofer. Um es anzufassen und hindurchzusehen, mussten Stephan Kaspar und Marius Reichardt Handschuhe anziehen. „So ein Seminar ist im Physikstudium schon mal was anderes“, sagt Masterstudent Reichardt. Das Fernrohr sei voll funktionstüchtig und diente Gauß zur Orientierung bei der Landvermessung. „Vielleicht benötigte er als Kurzsichtiger es auch als Sehhilfe“, vermutet Kaspar. Das Fernrohr war für die beiden Studenten auch interessant, weil sein Herstellungsdatum in die Zeit fällt der Verbesserung solcher Geräte durch Joseph von Fraunhofer (1787-1826). Ob es schon ein für seine Zeit modernes Gerät sei, konnten sie aber nicht sicher feststellen. Aber sie hatten ein Exponat aus den Sammlungen der Universität Göttingen in Händen, das in keiner Dauerausstellung zu sehen ist.

Fortsetzung folgt mit Weber

Der Mathematiker und Physiker Carl Friedrich Gauß war von 1807 bis zu seinem Tod 1855 Professor an der Universität Göttingen und Direktor der Universitäts-Sternwarte. Aus dieser Zeit sind viele Messinstrumente erhalten, die Gauß für seine wissenschaftliche Arbeit nutzte. In dem Seminar „Physikalische Grundlagen der historischen Gauß-Instrumente“ wurden Handfernrohr, Theodolit, Schiefspiegler, Magnetometer, Meridiankreis, Universalinstrument, Gregorysches Spiegelteleskop, Nivellier-Instrument, Sphärometer untersucht. In den kommenden Semestern sind weitere solcher Seminare von Physik-Fakultät und Zentrale Kustodie geplant; im Wintersemester soll es auch um Geräte des Physikers Wilhelm Weber (1804-1891) gehen.

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