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Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“ des Förderkreises Planetarium Göttingen

„Wo gehören wir eigentlich hin?“ Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“ des Förderkreises Planetarium Göttingen

Was man mit einem Planetarium über Astronomie hinaus machen kann, darf oder soll, das fragte Prof. Susanne Hüttemeister vom Planetarium Bochum im Rahmen der Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“ des Förderkreises Planetarium Göttingen mit der Volkshochschule Göttingen. Damit gab sie viele Denkanstöße für den Plan des Förderkreises: Seit 20 Jahren will er in Göttingen ein Planetarium errichten.

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Platz nehmen für einen Flug in den Weltraum: Saal des Planetarium Bochum.

Quelle: EF

Göttingen. Viel habe sich in den Planetarien geändert seit den Anfängen in Jena und München Mitte der 1920er Jahre, berichtete Hüttemeister. Heute gebe es bundesweit neun Großplanetarien mit ungefähr 200 Plätzen, etwa 17 Mittelplanetarien mit 80 bis 160 Plätzen und wohl mehr als 50 Kleinplanetarien. Betreiber sei oft die Kommune. So werde das Planetarium in Bochum als Amt 49 der Stadt geführt, erzählte die Direktorin. Es funktioniere aber nicht wie die Stadtverwaltung. Während diese zwischen Weihnachten und Neujahr schließe, sei das im Planetarium die besucherreichste Zeit.

Andererseits profitiere die Sternenkuppel sehr von dem städtischen Rückhalt. 2010 habe die Stadt dort 3,1 Millionen Euro investiert. Anderswo seien die Betreiber Museen, Universitäten oder selten auch ein Verein. 2013 zählten die Planetarien in Deutschland 1,3 bis 1,7 Millionen Besucher. Mit 300000 Gästen lag Hamburg an der Spitze, mit 240000 Besuchern belegte Bochum die zweite Stelle. „Jeder ist unser potentieller Besucher“, beschrieb Hüttemeister die Demografie. Genau das erschwere die Zuordnung: „Kultur, Wissenschaft oder Bildung? Wo gehören wir eigentlich hin“, stellte sie als Frage in den Raum. Neue Möglichkeiten eröffne die Technik. Zwar ist der optomechanische Projektor für Hüttemeister immer noch das Herzstück in der Kuppel. Das neue Fulldome-Videosystem eröffne aber andere Möglichkeiten. Ideal seien Hybrid-Systeme mit der Optomechanik für den Sternenhimmel und digitalem System für fantastische Welten.

Wenn ein Planetarium sich für vorproduzierte Shows entscheide, laufe es Gefahr, sich auf eine Abspielstätte zu reduzieren. Kleine Planetarien entschieden sich eher für die oft etwas altmodischen Live-Programme. Als weitere Möglichkeit nannte sie die interaktive Live-Präsentation, mit der die klassische Sternenführung oder ein Flug in den Kosmos unternommen werden könne.

Noch immer erwarteten die Besucher, dass sie Sterne sehen. Nicht so klar sei, ob sie damit Bildung und Wissen oder eher das emotionale Erlebnis meinten. Eines ist für Hüttemeister sicher: das Planetarium ist ein  Ort der Naturerfahrung. Aber auch Konzerte im Weltall bietet das Planetarium in Bochum an.

Von Ute Lawrenz

Prof. Ulrich Christensen, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung Göttingen, spricht am Dienstag, 10. März, um 20 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude 010 über „Des Kometen Kern: Erste Ergebnisse der Rosetta-Mission“.
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