Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Was gibt Nervenzellen die Richtung vor?
Campus Göttingen Was gibt Nervenzellen die Richtung vor?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:29 15.05.2009
F. S. Wouters

Gegen 600 weitere Bewerber konnte sich das Konzept von Nervenforscher Wouters auf internationaler Ebene durchsetzen und einen „Program Grant“ sichern. Wouters wird das international besetzte Projekt leiten. Beteiligt sind Wissenschaftler aus den USA und England. Gemeinsam wollen sie klären, welche Mechanismen ablaufen, wenn während der Gehirnentwicklung die Fortsätze von Nervenzellen (Axone) wachsen und dabei neue Zellkontakte und somit ein funktionierendes Nervennetzwerk ausbilden. 

„Es ist bekannt, dass richtungsgebende Signalstoffe im Gehirn freigesetzt werden und an passende Rezeptoren der Nervenfasern anbinden. Wie genau die Zusammenarbeit dieser Signalmoleküle jedoch die Wachstumsrichtung der Axone lenkt, ist bisher unbekannt,“ sagt Wouters. Für die Untersuchung der unbekannten zellulären Prozesse hat das Labor von Wouters bereits einzigartige Mikroskopieverfahren und molekulare Biosonden entwickelt. Die HFSP-Fördergelder (umgerechnet etwa 735 000 Euro) erlauben nun die Entwicklung neuerer Varianten dieser Methoden und Sensoren. Rund ein Drittel der Gesamtsumme stehen dafür direkt der Göttinger Arbeitsgruppe zur Verfügung. Die Arbeitsgruppe ist des DFG-Forschungszentrums „Molekularphysiologie des Gehirns“ (CMPB) nd im Exzellenzcluster „Mikroskopie im Nanometerbereich“. 

Vom Auge zum Gehirn

Die Göttinger werden unterstützt von Prof. Marcel P. Bruchez von der Carnegie Mellon Universität, Pittsburgh, der seine Kompetenz in der Herstellung chemisch-synthetischer Biosonden einbringt. Zur Anwendung kommen die künstlich hergestellten Biosonden dann in einem Modell für das Nervenwachstum vom Auge zum visuellen Kortex des Gehirns. Das Modell stammt aus der Forschungstätigkeit von Prof. Christine Holt von der Universität Cambridge

Nur die gemeinsame Arbeit ermögliche es, die räumlich-zeitlichen Aspekte des neuronalen Wachstums zu verstehen, so der aus den Niederlanden stammende Wouters, der seit 2001 in Göttingen tätig ist. „Unsere Erkenntnisse möchten wir zukünftig für die Reparatur zerstörter Nervenverbindungen, wie zum Beispiel nach einem Schlaganfall, nutzen“, sagt Wouters

Das Konzept passt ins HFS-Programm, das die Erforschung bisher unbeantworteter biologischer Fragestellungen in international ausgerichteten Forschungsverbünden ermöglichen will. Träger von HFSP mit Sitz in Straßburg sind acht Staaten sowie die Europäische Union.

umg/jes

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit Bibel, Beten, Bildung und Bekenntnis hat sich Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann in ihrer Rede zur Luther-Dekade befasst. Sie hielt die „Lecture“ des Evangelischen Studienhauses.

14.05.2009

Neue Forschungsaufgaben, eine neuer Name und im nächsten Jahr der Einzug in das neue Gebäude: Das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation hat am Mittwoch auf dem Max-Planck-Campus am Fassberg Richtfest für das Labor- und Verwaltungsgebäude gefeiert.

13.05.2009

Umfassende Aufklärung der Falschangaben von 16 Wissenschaftlern der Göttinger Universität hat Prof. Kurt von Figura am Mittwoch in Hannover zugesichert.

13.05.2009