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Göttingen Weltweite Bedrohung von Primaten
Campus Göttingen Weltweite Bedrohung von Primaten
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21:43 18.01.2017
Auf vielen Märkten wird illegal mit Affen gehandelt. Quelle: R
Göttingen

Ein Forscherteam, dem auch zwei Wissenschaftler des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) Göttingen angehören, bewertete in seiner Studie die Bedeutung von Primaten und die globalen Konsequenzen des Artensterbens. Sie fordern sofortige Maßnahmen zum Schutz der Primaten, die auf Erhaltung und Nachhaltigkeit ausgerichtet sein sollten.

Goldstumpfnasen, Kattas oder Rotkehl-Nachtaffen - noch ist die Artenvielfalt von Primaten groß. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der tropischen Biodiversität. Weltweit stehen über die Hälfte aller Primatenarten vor dem Aussterben. Um abschätzen zu können, wie stark der Mensch das Artensterben beeinflusst, kombinierte das Forscherteam Daten der internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN mit Daten aus der Datenbank der Vereinten Nationen.

Für die nächsten 50 Jahre sagen die Wissenschaftler das Aussterben vieler Arten voraus. „Der Mensch greift immer stärker in den Lebensraum der Primaten ein“, erklärt Christian Roos vom DPZ. Primaten lebten meist in Regionen, in denen große Armut und mangelnde Bildung herrschen. Dies zwinge die Bevölkerung dazu, Raubbau an den Umweltressourcen zuzulassen. Umfangreiche Waldregionen werden gerodet, um freie Flächen für Landwirtschaft nutzen zu können. Rund 76 Prozent der Arten haben durch Landwirtschaft große Teile ihrer Lebensräume verloren. Das Artensterben wird auch direkt durch illegale Jagd und Handel mit Primaten beeinflusst. Sofortmaßnahmen sollten darauf ausgerichtet sein, die Gesundheit und den Zugang zu Bildung für die regionale Bevölkerung zu verbessern, so die Forscher. Nachhaltige Flächennutzungspläne sollten entwickelt werden.

„Die Lebens- und Wirtschaftsweise in den industrialisierten Ländern trägt zur Bedrohung von Primaten bei. Viele der Produkte, zu deren Gewinnung Lebensräume von Primaten vernichtet werden, wie beispielsweise Bodenschätze, Rindfleisch, Palmöl und Soja, werden letztlich in den industrialisierten Ländern verbraucht“, sagt Eckhard W. Heymann, DPZ. „Arterhaltung ist eine ökologische, kulturelle und soziale Notwendigkeit. Wenn unsere nächsten Verwandten, die nicht-menschlichen Primaten, aussterben, ist dies ein Alarmsignal, dass sich die Lebensbedingungen auch für Menschen sehr bald dramatisch verschlechtern“, so Heymann.

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