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Göttingen Göttingen: große Universität, wenige Nebenjobs für Studierende
Campus Göttingen Göttingen: große Universität, wenige Nebenjobs für Studierende
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16:51 11.01.2019
Um sich ihr Studium zu finanzieren, müssen viele Studenten nebenbei arbeiten. Quelle: dpa
Göttingen

Jeder fünfte Einwohner in Göttingen studiert. Das schreibt unter anderem die Organisation „Jobmensa“. Um sich den Alltag im Studium leisten zu können, kommen viele der Studierenden nicht um einen Job neben dem Studium herum.

Nach Angaben der Website von Jobmensa ist Göttingen geprägt von Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Die logische Schlussfolgerung könnte demnach sein, dass die beste Chance für arbeitswillige Studierende die Stelle der studentischen Hilfskraft ist. Doch wie steht es wirklich um die begehrte Anstellung? Gibt es genügend Angebote, die die Nachfrage in einer Studentenstadt wie Göttingen mit beinahe 30000 Studierenden abdecken?

Hundertausende Stellenangebote von 300 Jobbörsen

In einer Studie kam die bundesweite Jobsuchmaschine „Adzuna“ zu einem gegenteiligen Ergebnis. Adzuna ermöglicht nach eigenen Angaben ihren Nutzern, „eine Suchanfrage auf hunderttausende Stellenangebote von über 300 verschiedenen Jobbörsen alleine in Deutschland.“

Die Studie der Suchmaschine untersuchte aus den 60000 verfügbaren, deutschen Stellenangeboten über 200000 Inserate aus den 20 größten deutschen Städten. Der Fokus lag dabei auf Jobangeboten, die speziell für Studierende ausgeschrieben wurden, wie die Anstellung als Werkstudent, als studentische Hilfskraft und als studentische Aushilfe.

Dresden ist Spitzenreiter

Im Vergleich mit zum einen den größten Städten Deutschlands und zum anderen den Städten mit den größten Universitäten in Deutschland belegt Göttingen einen der schwächeren Ränge. Dresden stellt unangefochten den absoluten Spitzenreiter dar. Mit vier Prozent bietet die Stadt nach Angaben von Adzuna mit Abstand die meisten Jobs für Studenten an. Das zweitbeste Angebot gibt es in Köln, wo 410 von 14820 Inseraten (2,8 Prozent) nach Studenten in ihrer Branche suchen. Berlin folgt mit einem studentischen Jobangebot von zwei Prozent auf dem dritten Platz.

Wesentlich schlechter schnitten die Städte mit den größten Universitäten ab, zeigen die Ergebnisse von Adzuna. Dort ist gang und gäbe, dass im Durchschnitt nicht mehr als 0,5 Prozent der angebotenen Jobs für Studierende vorgesehen sind. In diesen Reihen ist auch Göttingen mit 0,6 Prozent zu finden. Dennoch sind immer mal wieder Nebenjobs bei der Uni online ausgeschrieben.

Stephan Wiencke Quelle: LH

Stephan Wiencke studiert VWL und Portugiesisch im Bachelor und arbeitet nun bereits seit einem Jahr als Mitarbeiter der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB). „Mir gefällt der Job hier, da ich meine Arbeitszeiten recht flexibel einteilen kann und gut bezahlt werde.“

Maja Lindau Quelle: LH

Auch die Sportstudentin Maja Lindau arbeitete als studentische Hilfskraft bei der Uni und zwar am Institut für Sportwissenschaften. „Das mache ich heute aber nicht mehr“, so Lindau. Zurzeit ist sie als Übungsleiterin beim Nikolausberger SC tätig.

Sebastian Scholz Quelle: LH

Doch wie finanzieren sich die Göttinger Studierenden auf anderem Wege ihren Lebensunterhalt? Der Soziologiestudent Sebastian Scholz ist bereits im Master angekommen und pendelt zwischen Göttingen und Hannover, auch aus dem Grund, weil er in Hannover als selbstständiger Schlagzeuger sein Geld verdient. „Zurzeit gebe ich vor allem Musikunterricht am Schlagzeug“, erzählt Scholz. Dies mache er zum einen privat aber auch an einer Musikschule in Garbsen. Eigene Konzerte gibt Scholz nur noch selten. Für sein Studium bringt das Unterrichten nur wenig, doch das Gehalt auf Honorarbasis lässt sich sehen, sagt Scholz.

Von Lisa Hausmann

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