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Weniger Patentanmeldungen

Entwicklung für Niedersachsen Weniger Patentanmeldungen

In Niedersachsen fehlen Tüftler und Erfinder. Die Zahl der angemeldeten Patente ist jedenfalls erneut gesunken. Im Jahr 2013 meldeten Forscher aus Niedersachsen 2924 Entwicklungen an. Dies sind 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr, berichtet das Landesamt für Statistik.

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Der Österreicher Peter Mondl hat ein elektrogetriebenes Fahrzeug entwickelt, das über Wasserflächen rollt.

Quelle: dpa

Hannover/Göttingen. Bereits 2012 gab es einen Rückgang von gut einem Prozent. Bundesweit stieg die Zahl der Patent-Anmeldungen 2013 dagegen um 1,5 Prozent auf 47 336.
„Die Entwicklung ist für Niedersachsen besorgniserregend“, sagte Prof. Kilian Bizer von der Universität Göttingen. Niedersachsen sei weniger innovativ als andere Bundesländer. Um den Rückstand aufzuholen, müsste es eine stärkere Verzahnung von Forschung und Wirtschaft geben, sagte der Wirtschaftswissenschaftler. „Wir brauchen mehr Wissenstransfer.“
Die Zahl der Patentanmeldungen hänge stark von Großunternehmen ab, sagte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Hannover, Stefan Wittke. Diese konzentrierten sich sich mit ihrer Innovationskraft in Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen. Die Zahl der Patentanmeldungen sei allerdings nur ein Indikator für die gesamtwirtschaftliche Situation. Es gehe nicht nur darum, etwas zu erfinden, sondern dieses auch in den Markt zu bringen. Ganz vorne bei den Patentanmeldungen liegen Bayern (14 829) und Baden-Württemberg (14 564). Nordrhein-Westfalen (7073) liegt bereits weit zurück.
„Die große industrielle Forschung ist traditionell im Süden und Südwesten stärker angesiedelt als im Norden und Nordosten“, erklärte Volkswirt Bizer. Dabei gehören die großen und mittleren Unternehmen in Niedersachsen nach seiner Einschätzung bei den Neuentwicklungen durchaus in die bundesdeutsche Spitzengruppe. „Aber bei den Kleinunternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten ist Niedersachsen das totale Schlusslicht“, sagte Bizer. Die Kleinunternehmen müssten viel stärker an Hochschulen und Forschungseinrichtungen angebunden werden. „Nur dann können wir das Tüfteln und Entwickeln auch hierzulande stärker etablieren“. Derzeit haben Baden-Würtemberg (135 Patente je 100 000 Einwohner) und Bayern (118) auch in Relation zur Bevölkerungszahl die meisten Patentanmeldungen zu verzeichnen. In dieser Wertung rangiert Niedersachsen (38 Patente je 100 000 Einwohner) im Mittelfeld. Schlusslichter sind Sachsen-Anhalt (10) und Mecklenburg-Vorpommern (11 Patentanmeldungen je 100 000 Einwohner).   lni

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