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Wenn Steine sprechen

Geowissenschaft Wenn Steine sprechen

Feuerstein, Bernstein, Bauxit und Goethit – die Namen von Steinen, Mineralien und Fossilien erzählen von Herkunft, Farbe, Eigenschaften oder sind eine Hommage an berühmte Persönlichkeiten. Dieses ungewöhnlichen Aspekts nimmt sich eine Sonderausstellung im Geowissenschaftlichen Zentrum an, die am Donnerstag eröffnet wurde. 

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Gold und seine Farben: Steine mit Goldanteil und goldigem Schimmer.

Quelle: Vetter

Mit der Ausstellung „Die Sprache der Steine“ leisten Leiter und Kustos der geowissenschaftlichen Sammlungen, Prof. Joachim Reitner und Dr. Mike Reich, ihren Beitrag zu Göttingens Oberthema im Wissenschaftsjahr 2009: Perspektive Sprache.

Ein Lächeln, ein verwundertes Stirnrunzeln oder ein Aha-Erlebnis nach der Lektüre der begleitenden Beschreibungen, so unterschiedlich dürften die  Reaktionen auf die Exponate ausfallen. Denn so augenscheinlich manche Bezeichnungen der Steine sein mögen, so hintergründig und einer langen Geschichte verhaftet sind andere. 

Vielfältige sprachliche Aspekte bietet zum Beispiel der Türkis. Sein Name verweist nicht nur auf die typischen Fundgebiete in der Türkei, er ist letztlich zur Bezeichnung der  charakteristischen Farbe des Minerals selbst geworden und hat damit eine Existenz unabhängig von seinem Ursprung erlangt. 

Katzengold und Schriftgranit

Auch andere Eigenschaften spielen bei der Namensgebung eine Rolle etwa beim Schriftgranit, dessen Struktur an Keilschriftzeichen erinnert. Natürlich dürfen in der Ausstellungen auch Exponate mit sprachlichem Bezug zu Göttingen und Göttinger Persönlichkeiten nicht fehlen. So standen etwa die bekannten Chemiker Wöhler und Stromeyer Pate für die Minerale Wöhlerit und Stromeyerit.

Wie interessant Hintergrundwissen um die Bezeichnungen von Fossilien sein kann, wird am Beispiel des Katzengoldes, der Bezeichnung des Volksmunds für Pyrit, oder der beliebten Hexenpfennige deutlich, deren germanische Geschichte der Kirche ein Dorn im Auge war. Ergebnis: Die versteinerten Abschnitte von Seelilien-Stielen sind in vielen Gegenden auch als Bonifatiuspfennige bekannt – in Anlehnung an den Missionar. In dieser Ausstellung sprechen einmal nicht nur die Steine für sich selbst, sondern vor allem ihre Namen.

Die Ausstellung ist montags bis freitags von 8.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, sonntags von 10 bis 13 Uhr, an jedem ersten Sonntag im Monat von 11 bis 16 Uhr. Ausstellungsort ist das im Museum des Geowissenschaftlichen Zenrrums der Universität Göttinen, Goldschmidtstraße 3-7. 

Von Isabel Trzeciok

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