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Wenn sich die Abwehr auf harmlose Fremdlinge stürzt

Gesundheitsuni Wenn sich die Abwehr auf harmlose Fremdlinge stürzt

Die „Gesundheitsuni“ an der Universitätsmedizin Göttingen geht in ihr sechstes Semester. Experten aus der Universitätsklinik und dem niedergelassenen Bereich informieren in Kurzvorträgen über verschiedene Krankheiten. Am Mittwoch, 20. Mai, steht das Thema „Allergie“ auf dem Programm.

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Heuschnupfen: 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind davon betroffen.

Quelle: umg

Im Frühjahr leiden viele  Menschen unter Allergien. Dann spielt das Immunsystem verrückt. Statt nur schädliche Krankheitserreger zu bekämpfen, stürzt sich die Immunabwehr auch auf harmlose Fremdlinge wie Blütenpollen, Hausstaub oder bestimmte  Nahrungsmittelbestandteile: Der Körper reagiert überempfindlich, ‚allergisch’. Aber Allergien können auch über bestimmte Nahrungsmittel, von Insektenstichen oder durch den Kontakt mit bestimmten Materialien ausgelöst werden – am Arbeitsplatz, beim Spaziergang oder zu Hause. 

„Allergie“ ist das Thema der  Gesundheits-Uni am Mittwoch, 20. Mai, ab 18 Uhr in der Osthalle des Uniklinikums Göttingen, Robert-Koch-Straße 40. Experten aus der Abteilung Dermatologie, Venerologie und Allergologie  sowie ein niedergelassener Facharzt referieren. Die Besucher können Fragen stellen und mitdiskutieren.   

Neurodermitis kann zusammen mit Nahrungsmittelallergien auftreten. Die  Folgen bekommt etwa jedes vierte Kind mit Neurodermitis zu spüren: Die Haut wird rot und es kribbelt im Mund {„pelziges Gefühl“). Auslöser sind meist  Hühnereier, Erdnüsse, Milchprodukte, Soja, Weizenmehl oder Fisch. Aber Ernährung ist nur eine von vielen möglichen Auslösefaktoren der Neurodermitis. Deshalb ist eine sorgfältige Diagnostik erforderlich. Dr. Cora  Meyer, Assistenzärztin am Uniklinikum, spricht über typische  Erkrankungen im frühen Kindesalter, darüber wie sie erkannt und wie sie  behandelt werden können.   

Unangenehme Auswirkungen

Allergische Reaktionen nach Wespen- oder Bienenstichen, die den gesamten Organismus erfassen, kommen bei etwa fünf Prozent der Bevölkerung vor. Die Abwehr auf den Stich kann auch tödlich enden: In Deutschland werden jährlich  etwa zehn bis 40 Todesfälle nach Stichreaktionen bekannt.  Dabei kann die Wespen- oder  Bienengiftallergie wirksam behandelt werden. Die „Allergie-Impfung“ oder „Hyposensibilisierung“ führt in praktisch allen Fällen zu einem klinischen  Schutz. Über die Behandlung und warum die allergologische  Diagnostik nach Insektenstichreaktionen so wichtig ist, informiert Prof. Thomas Fuchs, Leiter des Bereichs Allergologie am Klinikum.

Tränend-juckende, brennende Augen, Bindehautentzündung, Fließschnupfen und Niesreiz – dies sind die unangenehmen Auswirkungen einer Allergie auf Blütenstaub oder Pollen. In Deutschland sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung jedes Jahr von Heuschnupfen betroffen – und die Zahl ist steigend. Dr. Stephan Bartels, niedergelassener  Dermatologe aus Göttingen, informiert über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und was man tun kann, um die Beschwerden bei einer  Pollenallergie zu minimieren.    

Das allergische Kontaktekzem zeigt sich mit juckenden Rötungen, Bläschen und Nässen der Haut. Es kann durch unterschiedlichste Dinge ausgelöst werden. Am bekanntesten sind die Nickelallergie durch Modeschmuck und die  Duftstoffallergie. Im Gegensatz zu anderen Allergieformen ist bei der Kontaktallergie eine Beseitigung der Sensibilisierung, bisher nicht möglich. Hier gilt: „Einmal allergisch – immer allergisch!“ Die einzige „Behandlungsmöglichkeit“ ist das Meiden des Allergens. Dr. Johannes Geier, Facharzt in der Abteilung Dermatologie und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Informationsverbund Dermatologischer  Kliniken (IVDK) stellt neueste Erkenntnisse vor. 

Weiter geht es in der Gesundheitsuni mit den Themen „ADHS. Wenn die  Aufmerksamkeit gestört ist“ am 17. Juni und „Wie bitte?“ am 12. August.  

chb/umg

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