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Wie Kinder Sprechen lernen

„Wortschatzinsel“: Wie Kinder Sprechen lernen

Wie lernen Kleinkinder ihre ersten Wörter? Wie erkennen sie, wann ein gesprochenes Wort aufhört und das nächste beginnt? Wissenschaftler der Universität Göttingen sind in der Free-Floater-Nachwuchsgruppe „Spracherwerb“ den Mechanismen des Erlernens neuer Wörter auf der Spur.

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Kleinkind im Test: über Augenbewegungen Rückschlüsse auf Spracherwerb ziehen.

Quelle: pug

In einem Forschungslabor werden Augenbewegungen und Hirnströme von Kindern im Alter von sechs bis 36 Monaten gemessen, während sie Bilder sehen und dazu Sätze hören. So wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie Kinder Sprachlaute erkennen, ähnliche Wörter auseinanderhalten und mit Bedeutungen oder Objekten verbinden. Juniorprofessorin Nivedita Mani leitet die aus Mitteln der Exzellenzinitiative geförderte Nachwuchsgruppe. Die Linguistin setzt in Göttingen ihre Forschung zum kindlichen Spracherwerb fort, die sie an Universitäten in London und Oxford begann.

Schon bevor Kinder ihre ersten Wörter sprechen, wissen sie als Einjährige bereits, welche Laute ihre Muttersprache benutzt und wie Laute kombiniert werden. Welche Informationen Kleinkinder über Wörter speichern, wie sie den Wortlauten Bedeutungen zuordnen und sich nach und nach einen Wortschatz aufbauen, darüber ist im Detail bislang wenig bekannt. „Wir wollen unter anderem herausfinden, wann Kinder in der Lage sind, Unterschiede ähnlich klingender Wörter wie Ball und Wall zu erkennen. Ist es für ein Kind einfacher, das Wort Kasse zu lernen, wenn es bereits das Wort Tasse kennt?“, fragt Mani.

In dem Göttinger Forschungslabor „Wortschatzinsel“ sehen die Kinder Bilder und kurze Filme auf einem großen Bildschirm, während Wörter und Sätze über Lautsprecher eingespielt werden. Eine Kamera zeichnet die Augenbewegung des Kindes auf. Aus den Blickbewegungen ziehen die Wissenschaftler anschließend Rückschlüsse auf die kognitiven Prozesse der Sprachverarbeitung. Untersucht wird, ob das Kind auf das passende Bild schaut, wenn es ein bestimmtes Wort hört. Bei einigen dieser Experimente wird zusätzlich die Hirnaktivität gemessen.

Das Forschungslabor wird am Freitag, 22. Oktober, mit einem wissenschaftlichen Workshop eröffnet. Gastreferenten kommen aus Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden. Außerdem veranstaltet die Nachwuchsgruppe am Sonnabend, 13. November, von 9 bis 17 Uhr, einen Tag der offenen Tür im orschungslabor „Wortschatzinsel“, Goßlerstraße 14 in Göttingen.

pug/fh

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