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Wieviel Ehrlichkeit darf's sein?

Im Bewerbungsgespräch Wieviel Ehrlichkeit darf's sein?

Personalchefs spüren es meistens genau, wenn ihnen ein Bewerber etwas vorspielt. „Einige brechen das Gespräch dann ab, andere fragen unerbittlich nach, manche fordern Bewerber auf, endlich sie selbst zu sein“, berichtete Personalreferent Marc-Oliver Dorn beim Göttinger Rhetorik-Slam im Apex.

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Personalchefs spüren es meistens genau, wenn ihnen ein Bewerber etwas vorspielt.

Quelle: Britta Pedersen (Symbolbild)

Göttingen. „Sollten wir im Bewerbungsgespräch mit offenen Karten spielen?“, lautete das Thema des Wettstreits. Drei Studierende, die an der Göttinger Universität bei der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen (Zess) ihren Rhetorik-Schein machen, sprachen vor 40 Zuhörern über „Personalauswahl zwischen Inszenierung und Authentizität“. Input aus der Praxis gaben neben Dorn, der für eine Firma in Hannover tätig ist, noch Katrin Wodzicki. Sie arbeitet in Göttingen beim Uni-Karriere-Service.

Skandinavistik-Studentin Lisa Marie Meier sprach sich in ihrer klar strukturierten Rede für Ehrlichkeit aus. Sie würde aber nicht alles von sich preisgeben. So müsse nicht jeder wissen, dass sie Jägerin sei. Jäger würden vielen – zu unrecht – als „gefühllose Mörder“ gelten, denen es nur um Trophäen gehe.

Für begrenzte Offenheit sprach sich auch Eike Siemers, der Wirtschafts- und Sozialgeschichte studiert, aus. Darf ein angehender Pressesprecher im Bewerbungsgespräch verschweigen, dass er Pornos dreht, wollte das Publikum wissen. „Wenn er es im privaten Rahmen tut, ja“, antwortete Personalreferent Dorn. Sei er gewerblich tätig, sollte er sich einen Arbeitgeber suchen, wo ihm das Pluspunkte bringe.

Von ihren Ängsten, sich beim Rundfunk um ein Volontariat zu bewerben, sprach Lena Bodenstedt, die Politik und Soziologie studiert. In ihrer witzigen, bildhaften Rede forderte sie so viel Authentizität wie möglich und so viel Inszenierung wie nötig. Bewertet werden die Reden nach Inhalt, Struktur, Sprachstil, Konzept und Umsetzung, sagte Zess-Mitarbeiterin Anna Jöster. Sie und Alexander Moritz moderierten den Abend.

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