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Studierende zeigen jungen Flüchtlingen die Universität

Angehende Wirtschaftswissenschaftler betreuen Berufsschüler Studierende zeigen jungen Flüchtlingen die Universität

Den Alltag an der Georg-August-Universität haben 160 Flüchtlinge, die die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Göttingen, Hann. Münden und Northeim besuchen, am Mittwoch kennengelernt. Sie waren bei den Wirtschaftswissenschaftlern zu Gast. 39 Studierende der Fakultät engagieren sich in der Flüchtlingshilfe.

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Die Flüchtlinge wurden darüber aufgeklärt, wie das Studieren in Deutschland funktioniert.

Quelle: Archiv (Symbolbild)

Göttingen. „Ich will Arzt werden“, verriet Nasir Mahmoodi (17) aus Afghanistan dem Tageblatt. Entsprechend gespannt war der Schüler der Göttinger BBS II, der seit acht Monaten in Deutschland lebt, auf den Tag. Sechs Jahre dauert ein Medizinstudium, erfuhr er. Die Information ließ einige seiner Mitschüler aufstöhnen. „So lange?“, fragte einer ungläubig nach.

„Wir müssen während des Studiums alles selbst organisieren“, berichtete Carmen Tetzlaff, die Wirtschaftspädagogik studiert. Das sei während ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau anders gewesen. Während der Klausurenphase komme sie zu nichts anderem als lernen.„Maschallah, wie es Gott beliebt“, entfuhr es einem der Flüchtlinge.

„Akademiker erzielen ein höheres Einkommen“, betonte Studienberaterin Maria Wöste. Sie riet den Flüchtlingen, die Schulzeit zum Deutsch Lernen zu nutzen. Ohne gute Sprachkenntnisse könnten sie nicht studieren. Zum Hochschulbesuch berechtige ein Fachabitur, wie es an einer BBS erlangt werden könne. Wer als Asylbewerber anerkannt werde oder als Geduldeter länger als 15 Monate in Deutschland lebte, hätte Anspruch auf Bafög.

Nicht alle Flüchtlinge wollen studieren. Unsicher über den eigenen Berufswunsch ist sich etwa noch Merhawi Debesay (17) aus Eritrea. Seit gut einem Jahr lebe er in Deutschland. Sein Vater sei Bauer, berichtete er. „Wir wollen den von uns betreuten Schülern zeigen, wo wir den Rest der Woche verbringen“, erklärte Studentin Tetzlaff. Jeweils zwei oder drei Studierende der Wirtschaftswissenschaften unterstützten einmal in der Woche die BBS-Lehrer im Unterricht.

Sie würden den 16- bis 21-jährigen Flüchtlingen helfen, Deutsch zu lernen oder den Stoff zu verstehen. „Sie werden dafür in Workshops geschult“, ergänzte Prof. Susan Seeber. Das Projekt, das seit dem Sommersemester 2016 laufe, solle im Wintersemester fortgesetzt werden.

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