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Fliegen als Krankheitsüberträger

Wissenschaftler vom Deutschen Primatenzentrum Fliegen als Krankheitsüberträger

Offene Wunden an Armen und Beinen, entstellte Gesichter – Frambösie ist eine Krankheit, die Haut, Knochen und Knorpel befällt. Forscher des  Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen fanden jetzt heraus, dass die Krankeit nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch durch Fliegen übertragen wird.

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Göttingen. Betroffen von Frambösie sind vor allem Kinder in den entlegensten tropischen Gegenden von Afrika, Südostasien und dem Pazifikraum. Auslöser der Krankheit ist das Bakterium Treponema pallidum subspecies pertenue. Bislang ging man davon aus, dass das Bakterium nur von Mensch zu Mensch übertragen wird. Eine jetzt veröffentlichte Studie eines internationalen Forscherteams um Sascha Knauf vom DPZ legt jedoch nahe, dass auch Fliegen als Überträger fungieren. Dies muss bei der Bekämpfung der Krankheit berücksichtigt werden.

Frambösie-Gebiet

Da wo die Straßen aufhören und nur noch einzelne Dörfer den Urwald unterbrechen, beginnt das Frambösie-Gebiet. Benannt nach der Himbeere, französisch ‘framboise’, führt diese Krankheit zunächst zu himbeerartig aussehenden Hautveränderungen. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kommt es zu schweren Knochen- und Knorpelveränderungen, die insbesondere im Gesicht und an den Extremitäten auftreten. Die Ansteckung erfolgt durch Hautkontakt mit einer infizierten Person. Die World Health Organization (WHO) geht davon aus, dass 75 bis 80 Prozent der Betroffenen Kinder unter 15 Jahre sind.

Sascha Knauf vom DPZ.

Sascha Knauf vom DPZ.

Quelle: r

Eigentlich genügt eine Pille eines Antibiotikums, um die durch das Bakterium Treponema pallidum subspecies pertenue ausgelöste Krankheit zu heilen. Praktisch gibt es jedoch viele Dörfer ohne Zugang zum rettenden Medikament. Die WHO will die Krankheit bis zum Jahr 2020 ausrotten. Dabei könnte es aber ein Problem geben: Das internationale Forscherteam um Knauf hat zum einen in einer früheren Studie den Frambösieerreger auch im Affen nachgewiesen und zum anderen konnte das Bakterium in der aktuellen Studie auch auf Fliegen nachgewiesen werden. „Dadurch bekommt die Mensch-zu-Mensch, aber auch die Affe-zu-Mensch Übertragung eine neue Dimension, die zuvor nur spekuliert werden konnte“, sagt Knauf. Sollten Fliegen die Bakterien von Affen auf Menschen übertragen, so ist es fraglich, ob die Krankheit beim Menschen überhaupt nachhaltig ausgerottet werden kann. Gerade in den Urwalddörfern leben Affen und Menschen so nah beieinander leben, dass eine Fliege von einer Wunde zur nächsten gelangen kann.

207 Fliegen untersucht

Knauf und seine Kollegen haben 207 Fliegen in zwei Nationalparks in Tansania untersucht. In beiden Parks leben mit Treponema infizierte Paviane.  

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