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Wissenschaftspreis für Göttinger Kinderarzt

Universitätsmedizin Wissenschaftspreis für Göttinger Kinderarzt

Der Kinderarzt Dr. Hendrik Rosewich hat die genetische Ursache der Halbseitenlähmung des Kleinkindalters entdeckt. Dafür ist er mit dem Hans-Jörg-Weitbrecht- Wissenschaftspreis 2015 ausgezeichnet worden.

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Hendrik Rosewich

Quelle: EF

Göttingen. Der Arzt und wissenschaftliche Mitarbeiter in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) beschäftigt sich mit peroxisomalen Stoffwechselerkrankungen, wie dem Zellweger-Syndrom und der X-chromosomalen Adrenoleukodystrophie, und mit seltenen Bewegungsstörungen des Kindes- und Jugendalters.

2014 erhielt er die Venia legendi für das Fach Pädiatrie und leitet eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Ursachenklärung ATP1A3-assoziierter Bewegungsstörungen im Kindes- und Erwachsenenalter beschäftigt, teilte die UMG mit. 

Mit den Professoren Knut Brockmann und Jutta Gärtner sowie Kollegen aus Köln konnte Privatdozent Rosewich zeigen, dass die Ursache der seltenen neurologischen Erkrankung ein Defekt im ATP1A3-Gen ist, das auf Chromosom 19 liegt. Es kodiert für eine Natrium-Kalium-Pumpe, die von entscheiden-der Bedeutung für den Erhalt des Ruhepotenzials und somit auch für die Reizweiterleitung in Nervenzellen ist. Die Folgen sind Bewegungsstörungen und Störungen der kognitiven Funktion.

Bei den betroffenen Kindern treten schon im ersten Lebensjahr Halbseitenlähmungen auf, die an einem Schlaganfall denken lassen. Die richtige Di-agnose kann jetzt anhand einer genetischen Untersuchung gestellt und den Patienten können dadurch weitere belastende Untersuchungen erspart werden.

Interessanterweise wird durch Mutationen im ATP1A3-Gen nicht nur die AHC, son-dern auch eine seltene Bewegungsstörung des Erwachsenenalters, das sogenannte Dystonie-Parkinson-Syndrom mit raschem Beginn (Rapid onset Dystonia Parkinso-nism, RDP) verursacht. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, die Pathogenese dieser bei-den Krankheitsbilder gemeinsam zu untersuchen und neue Therapieansätze zu ent-wickeln“, sagt Rosewich.

Der Hans-Jörg-Weitbrecht-Wissenschaftspreis 2015 wurde zum 14. Mal verliehen. Die Auszeichnung ist benannt nach Hans-Jörg Weitbrecht (1909-1975), einem Psychiater und Neurologen, der von 1956 bis zu seinem Tod den Lehrstuhl für Psychiatrie und Neurologie der Universität Bonn innehatte.

Weitbrecht vertrat sowohl die Psychiatrie wie auch die Neurologie in Forschung, Lehre und Krankenversorgung. Der vom Unternehmen Bayer Health Care gestiftete Preis geht an Wissenschaftler, die herausragende Arbeiten zur Ursachen- und/oder Therapieforschung bei neurologischen und/oder psychiatrischen Erkrankungen geleistet haben und im Jahr der Preisverleihung nicht älter als 45 Jahre sind.

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