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Wohnrauminitiative besetzt Zentralmensa

Protest gegen Mieterhöhungen Wohnrauminitiative besetzt Zentralmensa

Rund 50 Mitglieder und Sympathisanten der Göttinger Wohnrauminitiative haben am Montagmittag friedlich das Foyer der Zentralmensa besetzt. Ihr Vorwurf an das Studentenwerk: Bezahlbarer Wohnraum wird abgeschafft.

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Mitglieder einer Wohnrauminitiative besetzen die Zentralmensa der Uni Göttingen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Im Mensa-Foyer hatten die Studenten außer einem großen Teppich und mehreren Stehlampen zahlreiche Sofas, Tische und Stühle aufgebaut und den Raum in ein Wohnzimmer verwandelt. Sie verteilten Flyer, um auf die vom Studentenwerk angekündigten Mieterhöhungen aufmerksam zu machen. Nach Angaben von Anne Hagedorn, Sprecherin der Wohnrauminitiative, liegen die Erhöhungen bei bis zu 50 Prozent. Dies sei vor allem bei Studenten mit geringem Monatsbudget eine große finanzielle Belastung.

Nach Angaben des Studentenwerkes sind die Mieten in den Wohnheimen für neue Mietverhältnisse ab dem 1. Januar durchschnittlich um 37 Euro gestiegen. Die Spanne liege zwischen 10 und 50 Euro. Diese Erhöhungen seien "differenziert" vorgenommen und nur Mietverträge, die nach dem 1. Januar neu geschlossen werden, seien davon betroffen, erläutert das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Studentenwerks, Jörg Magull. Als Gründe für die Erhöhungen nennt er die "Sanierungslast in den Wohnheimen, die in absehbarer Zeit konstant hoch bleiben wird sowie in den deutlich gestiegenen Instandhaltungskosten". Hagedorn kontert: „Wir werden dem sanierungsfaulen Studentenwerk nicht ihre misswirtschaftlichen Versäumnisse bezahlen und damit die Vernichtung bezahlbaren Wohnraums zulassen.“ Das Studentenwerk plant für die Jahre 2017 bis 2021 Investitionen in die soziale Infrastruktur der Studierenden in einer Größenordnung von 47,6 Millionen Euro. 31,6 Millionen Euro sollen in den Bereich Studentisches Wohnen fließen, 16 Millionen Euro in den Bereich Mensen und Cafeterien. Der auch mit Studenten besetzte Stiftungsrat habe als oberstes Gremium des Studentenwerks im Juni diesem Investitionsprogramm einstimmig zugestimmt.

Erst Mitte Dezember haben die Studenten ein Schreiben des Studentenwerkes erreicht, in dem sie zur Unterzeichnung eines neuen Mietvertrages innerhalb von sieben Tagen aufgefordert wurden. Andernfalls ginge man davon aus, dass an einem weiteren Wohnen im Studentenwerk kein Interesse mehr bestehe, heißt es darin. „Von den Mieterhöhungen erfuhren wir erst, als uns in der Wohnheimverwaltung die neuen Verträge vorgelegt wurden. Wir haben diese neuen Mietverträge nicht unterschrieben, denn Sie hätten zur Konsequenz, dass zahlreiche unserer Mitbewohnerinnen und Mitbewohner entweder ihr Studium durch Aufnahme von Nebentätigkeiten deutlich hätten einschränken müssen oder gar ihr Studium und damit den Wohnheimplatz im Studentenwerk hätten aufgeben müssen.“, berichtet Hagedorn weiter.

Die Initiative fordert nun, die Mietform in den Häusern der Wohnheime Humboldtalle 9 und Goßlerstraße 17/17a in so genannte Kollektivmietverträge zu überführen. Diese ermöglichten, als Hausgemeinschaft geschlossen die Gesamtmiete zu zahlen. So habe das Studentenwerk nicht viele Einzelpersonen, denen es neue Verträge für einzelne Mietverhältnisse vorlege, "sondern einen größeren Akteur, der ihm gegenübersteht", argumentiert ein Sprecher der Initiative.

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