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XLab-Leiterin Neher über zehn Jahre Experimentallabor Göttingen

Hier werden Schüler gefordert XLab-Leiterin Neher über zehn Jahre Experimentallabor Göttingen

„Das ist es“, dachte Prof. Eva-Maria Neher (64), Leiterin und Geschäftsführerin des Xlab, des Göttinger Experimentallabors für junge Leute. Wenn Schüler selbst im Labor stehen, wächst ihr Interesse und sie verstehen Zusammenhänge besser. Das weiß die promovierte Biochemikerin aus eigener Anschauung.

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Niveau, das Schulen nicht bieten können: Prof. Eva-Maria Neher über das Xlab.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Von 1993 bis 1999 hat sie an der Freien Waldorfschule Göttingen Experimentalkurse für Oberschüler gegeben. So hatte sie ein Lösungskonzept parat, als Ende der 90er Jahre die Studierendenzahlen in den naturwissenschaftlichen Fächern einbrachen.

Neher suchte die Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen, der Max-Planck-Gesellschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), aber auch mit Stiftungen. Das half ihr, die Politik zu überzeugen. Im Jahr 2000 entstand das Xlab. Das Niedersächsische Kultusministerium stellt vier Gymnasiallehrer ab. Die Universität gewährte anfangs Räume, bis das Experimentallabor 2004 ein eigenes Gebäude am Justus-von-Liebig-Weg 8 erhielt.

Das fünf Millionen Euro teure Bauwerk der Stuttgarter Archirekten Bez & Kco befindet sich auf dem Nordcampus. Wissenschaftler der benachbarten Institute halten Vorträge. Das Xlab kann die Infrastruktur der Hochschule nutzen. Die Inhalte der Experimente in den Bereichen Physik, Chemie, Biologie und Informatik orientieren sich am aktuellen Forschungsstand. „Wir arbeiten auf einem Niveau, das Schulen nicht bieten können“, betont die Leiterin. Die Schüler werden gefordert.

Die Resonanz ist groß. Die Zahl der Teilnehmertage pro Jahr beläuft sich auf 12.000 Stück. „Hinter jedem Tag steht ein anspruchsvolles ganztägiges Laborprogamm“, sagt Neher. 38 Prozent der Teilnehmer kommen aus Niedersachsen, Der Anteil schrumpft seit Einführung des G8-Abiturs. Dafür steigt der Anteil anderer Bundesländer.

„Wissenschaft ist international“

19 Prozent der Teilnehmer reisen aus dem Ausland an. „Wissenschaft ist international“, hält die Geschäftsführerin dazu fest. Sie treibt die Internationalisierung ihrer Einrichtung voran. Seit zehn Jahren richtet das Xlab internationale Sommercamps aus. „Die jungen Menschen nutzen den Aufenthalt als Karriere-Sprungbrett“, meint Neher mit Blick auf die 2006 gegründete Xlab Alumni Association.

Für die breite Öffentlichkeit veranstaltet das Xlab seit zehn Jahren das Science Festival. „Fast immer nimmt ein Nobelpreisträger teil“, berichtet Neher. Als derzeit wichtiges Projekt der Xlab-Stiftung nennt sie den Bau eines Gästehauses. Ein Grundstück, das ehemalige Schützenhaus an der Stumpfen Eiche 20, ist bereits gekauft.

Das Xlab verfügt über einen Jahresetat von einer Milllion Euro. Auf 340 000 Euro belaufen sich die Teilnehmerbeiträge. Das Land steuert 300 000 Euro bei. 120 000 Euro kommen von der Universität, die sich zudem um Betrieb und Erhalt des Gebäudes kümmert. Weiteres Geld gewähren die DFG, Drittmittelgeber und Spender. Das X-Lab beschäftigt acht Mitarbeiter, die sich 14,5 Stellen teilen.

Von Michael Casper

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