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YLab: Georg-August-Universität Göttingen eröffnet Schülerlabor

Gegen die Kopflastigkeit YLab: Georg-August-Universität Göttingen eröffnet Schülerlabor

Der Raum sieht so gar nicht nach Schule aus. Die Sitzkissen sind bunt. Tische gibt es keine, dafür eine kleine Bühne. Dort lernen Schüler beim Theaterspielen Englisch.

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Im neuen YLab: Leiter Heß, Ministerin Heiligenstadt, Präsidentin Beisiegel und Surkamp (v.l.).

Quelle: Pförtner

Göttingen. Ylab, Geisteswissenschaftliches Schülerlabor, heißt die Einrichtung der Universität im Friedländer Weg 2, die Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) eröffnete.

„Ein Labor scheint im ersten Moment nichts mit Geisteswissenschaften zu tun zu haben“, räumt Fachdidaktik-Professorin Carola Surkamp vom Seminar für Englische Philologie ein. Sie hat zusammen mit einem Team das Konzept des Ylab erarbeitet. Das Labor, so Surkamp, wolle die Kopflastigkeit geisteswissenschaftlicher Fächer überwinden. Schüler würden dort selbst aktiv, konzipierten Ausstellungen, produzierten Filme und Hörspiele. Über die universitären Sammlungen erhielten die Jugendlichen Zugang zu alten Drucken, Münzen und anderen Originalobjekten.

„Das Ylab bietet zudem Lehramtsstudierenden die Möglichkeit, neue didaktische Ansätze mit Schülergruppen auszuprobieren“, erklärt die Didaktikerin. Davon würden später die Schulen profitieren. Geleitet wird die Einrichtung von Dr. Gilbert Heß. Er hat in den vergangenen vier Jahren ein solches geisteswissenschaftliches Labor in Bochum aufgebaut.

„Das Ylab ergänzt in Göttingen das 1999 gegründete X-Lab, das Experimentierlabor für junge Leute, sowie das School Lab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt“, betont Prof. Ulrike Beisiegel, die Präsidentin der Universität. Es sei wichtig, bei Jugendlichen das Interesse an einem Studium naturwissenschaftlicher und techischer Fächer zu wecken, erklärt die Kultusministerin. Die Geisteswissenschaften seien aber als kritische Begleiter des Fortschritts, etwa der Gentechnik oder der Globalisierung, ebenso bedeutend.

Die Frage nach dem Warum, nach Sinn und Begründungen

„Schülerlabore, von denen es deutschlandweit mittlerweile 300 Stück gebe, sind eine wichtige Schnittstelle zwischen Schule und Universität“, sagt die X-Lab-Leiterin Prof. Eva-Maria Neher. Sie weckten nicht nur das Interesse an bestimmten Studienfächern, sondern führten Schüler auch an wissenschaftliches Arbeiten heran.

„Sie leisten einen Beitrag, um Abbrecherquoten zu senken“, ergänzte Landrat Bernhard Reuter (SPD). Er lobte Beisiegel für die Öffnung der Universität gegenüber den Kommunen, der Wirtschaft und den Schulen. Als er nach seinem Abitur 1973 in Göttingen studierte, sei die Universität noch „ein Kosmos für sich“ gewesen.

Die Hochschule hat das Gebäude im Friedländer Weg, das auch von der Graduiertenschule Geisteswissenschaften genutzt wird, für eine Million Euro saniert. Beim Ylab sind der Leiter und eine Sekretärin tätig. Die Dozenten sind Lehrkräfte der Hochschule. Das „Y“ im Namen leitet sich vom englischen why („warum“) ab. „In den Geisteswissenschaften geht es um die Frage nach dem Warum, nach Sinn und Begründungen“, erläutert Heß.

Von Michael Caspar

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