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Göttingen Yong Wei erhält Auszeichnung der European Geoscience Union
Campus Göttingen Yong Wei erhält Auszeichnung der European Geoscience Union
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15:31 05.05.2013
Links: Unter normalen Bedingungen umgibt die Ionosphäre die Venus in 150 bis 300 Kilometern Höhe. Die induzierten Magnetfelder (angedeutet durch die gelben Linien) halten sie dort fest. Rechts: Bei sehr schwachem Sonnenwind kann sich die Ionosphäre ausdehnen. An der Nachtseite entsteht dadurch eine Art Plasmaschweif. Quelle: Grafik: ESA/Wei et al
Katlenburg-Lindau

Für diese sehr unterschiedlichen Entwicklungsgeschichten ist in erster Linie das Wechselspiel der Planeten mit der Sonne verantwortlich. So konnte Dr. Yong Wei vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) nachweisen, dass das Magnetfeld der Erde die Atmosphäre unseres Planeten vor dem Sonnenwind schützt.

Für seine Arbeiten, in denen der Wissenschaftler den Einfluss der Sonne auf die inneren Planeten erforscht und vergleicht, hat die European Geoscience Union (EGU) Wei jetzt mit ihrem Nachwuchspreis ausgezeichnet.

Yong Wei

Der Einfluss der Sonne auf unsere Erde sorgt nicht nur für angenehme Temperaturen, sondern versorgt auch die gesamte Vegetation mit Energie. Doch neben der Strahlung sendet die Sonne auch einen Strom geladener Teilchen ins All, den so genannten Sonnenwind. Warum hat dieser Teilchenstrom die Atmosphäre des Mars im Verlaufe von Milliarden von Jahren abgetragen, die der Erde jedoch weitestgehend unversehrt gelassen?

Jahrzehntelang galt das Magnetfeld der Erde als Schlüssel zu dieser Frage. Wie ein Schutzschild leite es den Sonnenwind um unseren Planeten herum. Der Mars hingegen, der nur noch schwache Reste eines Magnetfeldes besitzt, sei ihm dagegen schutzlos ausgesetzt.

Magnetfeld der Planeten der entscheidende Faktor

In den vergangenen Jahren hatten einige Wissenschaftler diese Theorie in Zweifel gezogen. Mit exakteren und vor allem gut vergleichbaren Messdaten konnte Wei vom MPS diese Argumente entkräften. „Entscheidend ist es, die Messungen unter gleichen Bedingungen durchzuführen“, erklärt Wei.

Eine günstige Konstellation dazu ergab sich im Januar 2008: Sonne, Erde und Mars waren so angeordnet, dass sie auf einer Gerade lagen. „Nur in einer solchen Situation sind beide Planeten nahezu demselben Sonnenwind ausgesetzt, so dass sich die Sauerstoff-Ionen-Raten sinnvoll zu einander in Beziehung setzen lassen“, erklärt Wei.

Die erforderlichen Messdaten lieferten zwei Missionen der europäischen Weltraumagentur (ESA): Cluster, eine Gruppe aus vier Satelliten, und die Raumsonde Mars Express. „Unsere Messungen und die anschließende Auswertung zeigen deutlich, dass der Mars in einem deutlich stärkeren Maß Sauerstoff-Ionen verliert, als die Erde“, so Wei.

„Alles spricht also nach wie vor dafür, dass das Magnetfeld der Planeten der entscheidende Faktor ist“, folgert Dr. Markus Fränz, Leiter des Forschungsprojektes.

mps/jro

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