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Göttingen Zehn Jahre Stiftungsuniversität Göttingen
Campus Göttingen Zehn Jahre Stiftungsuniversität Göttingen
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10:52 15.05.2013
Stiftungsuniversität ist für sie ein gelungenes Modell: Wilhelm Krull, Stephan Weil, Ulrike Beisiegel, Heyo K. Kroemer, Don M. Randel. Quelle: Theodoro da Silva
Göttingen

Beinahe hätte der Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Stiftungsuniversität verlegt werden müssen. So aber wurde die Decke abgehängt und die Universitätspräsidentin konnte am Dienstagabend unter andern den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, die niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić in der ehrwürdigen Aula begrüßen.

Sie habe das Stiftungsmodell zunächst von außen betrachtet, erklärt Beisiegel, seit zwei Jahren erlebe sie es. Es sei der „richtige Schritt gewesen“, lautet ihr Fazit. Die Verantwortung, die  die größere Selbstständigkeit mit sich bringe, „nimmt das Präsidium ernst“ und gern  wahr.

Maximale operative Selbstbestimmung unter einer starken strategischen Klammer, das sind für Prof. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), die entscheidenden Inhalte der Trägerschaft durch eine Stiftung.

Unbestritten die Nummer Eins

Gerade im Übergang der Universitätskliniken zu neuen Vergütungssystemen, in Zeiten, in denen die Kliniken agieren wie Unternehmen, hätten sich die Vorteile des Systems erwiesen.

„Der Erfolg der UMG war nur möglich durch die starke Selbstständigkeit“, so Kroemer. Auch in Hinblick auf die nächsten zehn Jahre sei das Modell erfolgversprechend. Der demographische Wandel werde sich stark bemerkbar machen. Das bedeute auch für die Krankenversorgung, dass neue Wege gegangen werden müssen.

Die Grenzen der Medizin seien dann schnell erreicht. Die sich aufdrängenden moralischen und ethischen Fragen könnten die Kollegen der Universität besser beantworten.

Ministerpräsident Weil  betonte, dass die Landesregierung wisse, was sie an der Universität Göttingen habe. Unbestritten sei die Georgia Augusta die Nummer Eins unter den niedersächsischen Universitäten. Ihre Bedeutung für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft des Landes sei hoch.

Schreckgespenst und Revolution

Das Land Niedersachsen habe Anfang 2000 den Universitäten mit dem Stiftungsmodell die Möglichkeit zur Entstaatlichung gegeben. Privatisierung der Universitäten sei nicht in Frage gekommen. Wohl aber „das Befreien von überflüssigen staatlichen Fesseln“, so Weil. Der damalige Wissenschaftsminister Thomas Oppermann habe sich mit seinem Gesetz besondere Verdienste erworben.

Auch wenn in Niedersachsen nicht viele Universitäten dem Beispiel Göttingens gefolgt seien. Manches „Schreckgespenst“ habe sich nicht bewahrheitet, etwa die Tarifflucht. Vorteile ergeben sich„aus der eigenen Berufungsmöglichkeit“.

Eine Revolution habe mit der Umwandlung der Georgia Augusta zur Stiftungsuniversität nicht stattgefunden. Aber eine Erweiterung des „Instrumentenkoffers, der Wahlmöglichkeiten.“

Von Christiane Böhm

Ein Bericht über den Festvortrag von Prof. Don M. Randel und die anschließende Podiumsdiskussion folgt.

Stiftung öffentlichen Rechts

Vor zehn Jahren, am 1. Januar 2003, wurde die Universität Göttingen in die Trägerschaft einer Stiftung öffentlichen Rechts überführt. Die Organe der Stiftungsuniversität sind: Präsidium, Vorstand Universitätsmedizin, Stiftungsrat, Stiftungsausschuss Universität, Stiftungsausschuss Universitätsmedizin.

Dr. Wilhelm Krull ist Vorsitzender des Stiftungsrats. Das Modell ermöglicht ein eigenständiges Berufungsrecht, Dienstherreneigenschaft beim Personalmanagement, weitgehende Autonomie beim Finanzmanagement, Bauherreneigenschaft mit Immobilienmanagement und die Einbindung externer Expertise durch Stiftungsratsmitglieder.

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