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Zehn Jahren Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Phänomene in Zellen und Wolken Zehn Jahren Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Eine Neuausrichtung der Forschungsaufgaben hat  im Jahr 2004 dazu geführt, das Max-Planck-Institut für Strömungsforschung neu zu benennen: Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation heißt es seit zehn Jahren. Am Freitag wurde zum Geburtstag mit Festakt und Symposium über Geschichte und Forschungsschwerpunkte informiert.

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Die MPIDS-Direktoren Geisel und Bodenschatz (rechts) mit Festredner Eckert (Mitte) vor dem Turbulenz-Windkanal-Gebäude am Fassberg.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Strömungsforscher Ludwig Prandtl (1875-1953) machte 1911 aus seinem Plan, ein Institut mit Windkanal und Rundlaufsaal in Göttingen zu erhalten, einen Antrag an die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (1948 umbenannt in Max-Planck-Gesellschaft) für ein Institut für Aerodynamik und Hydrodynamik.

Eigentlich sei das Jahr 1911 das Gründungsjahr auch des MPIDS, meinte Dr. Michael Eckert. Der Physiker und Wissenschaftshistoriker  des Deutschen Museums in München hielt den Festvortrag über Prandtl.  

Der Ausbruch des 1. Weltkriegs 1914 machte die Zusage der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zunichte. So blieb es bei der Aerodynamischen Versuchsanstalt (AVA) in Göttingen. Erst elf Jahre nach der ersten Zusage kam es zur Eröffnung des Neubaus für das KWI für Strömungsforschung in der Bunsenstraße. Die Untersuchung von Turbulenzen, Wirbel- und Wellenbewegungen stand im Mittelpunkt.

Und, so Eckert, es kam am Institut unter Prandtls Leitung „zu einer Fülle von Arbeiten mit bahnbrechenden Ergebnissen“, darunter 1929 die von Strömungsphysiker Dr. Walter Tollmien zur Instabilität von Laminarströmungen.

„Ein deutliches Zeichen für die Attraktivität des Instituts“

Die Strömungsforschung von Prandtl bescherte Göttingen damals einen internationalen Ruf, sagte Prof. Reiner Finkeldey, Vize-Präsident der Universität Göttingen, in seinem Grußwort. Heute sei das MPIDS Mitglied im „Goettingen Research Campus“ und sei mit der Universität Göttingen an vier Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft beteiligt.

Die MPIDS-Direktoren Theo Geisel und Eberhard Bodenschatz haben sogenannte Brückenprofessuren und übernehmen Lehrveranstaltungen an der Georgia Augusta.

Die Forschung der drei MPIDS-Abteilungen befasst sich mit der Aufklärung von dynamischen und selbstorganisierten Phänomenen der belebten und unbelebten Natur auf vielen Größenskalen, von Nanomaschinen in lebenden Zellen und der kooperativen Aktivität von Herz- und Nervenzellen bis zur Wolkenbildung und Turbulenz auf globaler Skala. 

Das Institut habe in der Max-Planck-Gesellschaft die derzeit höchste Anzahl von Nachwuchsgruppen, berichtete Prof. Theo Geisel. Der geschäftsführende Direktor wertet die sechs Max-Planck-Forschergruppen als „ein deutliches Zeichen für die Attraktivität des Instituts“: Gruppenleiter können auswählen, an welchem Institut sie forschen wollen. 2011 hat das MPIDS einen Neubau mit Windkanal-Anlage am Fassberg auf dem Max-Planck-Campus bezogen.

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