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Zeittypische Argumente zu Einwanderung

Wissenszukunft – Zukunftswissen Zeittypische Argumente zu Einwanderung

Was wissen wir heute über Einwanderung? Was hat sich daran im Laufe der Zeit geändert? In der Vortragsreihe „Wissenszukunft – Zukunftswissen“ referierte hierzu Prof. Martin Wengeler unter dem Titel „Zu wenig Einwanderung“ und „Europas Apartheid“. 60 Jahre Bundesrepublik – 60 Jahre Wissensproduktion im Migrationsdiskurs“.

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Quelle: dpa

 Im Mittelpunkt stand dabei die Analyse von zentralen Aspekten und Argumentationsketten – wissenschaftlich als Topoi bezeichnet – und ihrer Veränderung im Wandel der Zeit. Wichtig bei der von Germanist Wengeler angewandten Methode ist es, das Kontextwissen der jeweiligen Zeit zu kennen. 

Neben mehreren kontinuierlichen Topoi in der Migrationsdiskussion hat Wengeler auch einige zeittypische, nur vereinzelt auftauchende Argumentations- und Wissensmuster auf dem Markt der Meinungen identifiziert. Typisch ist die Ausbildung von Muster und Gegenmuster, also von Pro- und Contra-Position. So steht als kontinuierliches Muster der wirtschaftliche Nutzen von Einwanderung den Argumenten rund um den Gegentopos „Migration als Belastung für die Gesellschaft“ gegenüber. 

In seinem Panorama von Wissenselementen stellte Wengeler darüber hinaus zeittypische Muster wie etwa die Leitkulturdebatte als Ausdruck einer Mehrheitsmeinung bezüglich des Anpassungswillens der Einwanderer vor. Fast schon kurios wirkt heute die Forderung vom Anfang der 1970er Jahre, die Produktion dorthin zu verlagern, wo die Arbeiter zu finden seien, also ins Ausland. 35 Jahre später würde eine solche Forderung wohl kaum noch jemand aufzustellen wagen.

Kaum Prognosen

Deutlich wurde aus Wengelers Ausführungen, wie stark Wissen stets im Fluss ist und wie kurz manchmal die Erinnerung an Argumentationsmuster sein kann. Prognosen – im Sinne des Zukunftswissens aus dem Titel der Vortragsreihe – seien jedoch, so Wengeler, aus den Analysen kaum herzustellen. Lediglich kontinuierliche Topoi ließen unter Umständen Vorhersagen und Annahmen zur weiteren Entwicklung eines Diskurses zu.

Die Vortragsreihe wird fortgesetzt am Donnerstag, 11. Juni. Prof. Simone Winko (Göttingen) spricht zum Thema „Was weiß die Literatur?“ ab 18.15 Uhr in der Paulinerkirche, Papendiek 14.

Von Isabel Trzeciok

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