Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Zoologisches Museum erhält fünf Tierpräparate

Wilde Tiere aus dem Fundus des DT Zoologisches Museum erhält fünf Tierpräparate

Das Deutsche Theater hat dem Zoologischen Museum am Donnerstag fünf Tierpräparate aus dem Fundus übergeben. Ameisenbär, Flusspferd-Jungtier, Kasuar, Malaienbär und Schabrackentapir waren seit Jahrzehnten im Theaterlager. Nun sollen sie die Sammlung der Universität Göttingen ergänzen.

Voriger Artikel
HAWK im Finale des Bundeswettbewerbs „FH-Impuls“
Nächster Artikel
„Unermüdlicher Aussöhner und Vermittler“
Quelle: ch

Göttingen. Vielleicht kehren die Präparate zurück. Nach Angaben von Dr. Gert Tröster, Kustos der Zoologischen Sammlung, ist es nicht auszuschließen, dass die Objekte aus dem Museum stammen. Ende des 19. Jahrhunderts habe es einige Neusortierungen gegeben in deren Zuge auch Sammlungsstücke abgegeben wurden. Ob das so ist, kann nicht mehr festgestellt werden: Auch Kataloge aus der Zeit gibt es nicht mehr.

Jörg C. Kachel, der am Deutschen Theater (DT) die Requisite leitet, hält es für wahrscheinlich, dass die Präparate einst aus dem Bestand der Zoologie kamen. „Es hat Verbindungen zwischen Theater und Museum gegeben, es kann also ein Geschenk gewesen sein“, meint Kachel. Möglich sei auch, dass die Tierpräparate auf anderem Wege auf die Bühne am Wall kamen. Kachel hofft auf Hinweise von Tageblatt-Lesern über die Herkunft und darauf, dass Zuschauer mitteilen, in welchen Inszenierungen sie Ameisenbär, Flusspferd, Kasuar, Malaienbär und Schabrackentapir gesehen haben.

Denn im Fundus des Deutschen Theaters (DT) waren die ausgestopften, exotischen Tiere lange Jahre unbeachtet. Eleonore Bircher, Bühnenbildnerin und Lebenspartnerin des ehemaligen Intendanten Mark Zurmühle, entdeckte dort die nicht mehr wilden Tiere und holte sie auch auf die Bühne: In den Inszenierungen „Das Käthchen von Heilbronn“ in der Spielzeit 2006/07 und sechs Jahre später in „Was ihr wollt“ waren Flusspferd, Kasuar und Malaienbär Teile der Bircher-Bühnenbilder.

Bei der Übergabe der Objekte am Donnerstag im DT-Lager am Hagenweg betonte Kustos Tröster, dass es sich „um sehr schöne Objekte handelt. Es wäre schade, wenn man die nicht retten würde.“ Das allerdings ist nicht so einfach. In den Augen von Präparator Carsten Wortmann sehen die Präparate „allesamt schrecklich aus“. Eine Wiederherstellung des Tapirs, um ihn in Ausstellungen zu zeigen, hält Wortmann für unmöglich. Sein Vorschlag: den Tapir im derzeitigen Zustand erhalten, auch um zu zeigen, was aus Präparaten bei mangelnder Pflege werden kann. Auch der Malaienbar, der mit einer anderen als der angestammten Schnauze in die Ferne blickt, ist kaum wiederherzustellen. Dagegen sind die Fachleute mit dem Zustand von Laufvogel Kasuar, Nilpferd und Ameisenbär soweit zufrieden, dass diese reparabel sind. Der Ameisenbär allerdings kommt erst an die Reihe, wenn im DT die aktuelle Inszenierung „In der Fremde“ abgespielt ist; dort muss er an der Leine laufen.

Tierpräparate der fünf Arten dürfen aus ihren Herkunftsländern nicht mehr ausgeführt werden. Da es ein Handelsverbot gebe, ist auch kein materieller Wert solcher Objekte zu benennen. Allenfalls die Kosten, die eine freischaffender Präparator für die Sanierung veranschlage, könne den Wert angeben, erklärte Präparator Wortmann.

Tröster und Wortmann werden die Objekte fürs Erste im Magazin des Zoologischen Instituts der Universität fachgerecht verwahren. Im Bestand das Museums ist nur ein Ameisenbär vorhanden.

©Hinzmann

Zur Bildergalerie

 

Zoologisches Museum

Das Zoologische Museum der Universität Göttingen zeigt in seiner Ausstellung 3000 Objekte, in den Magazinen des Zoologischen Instituts lagern etwa 140000 präparierte Tiere in Gläsern, Schachteln und Kästen. Viele davon sind kostbare Schätze, Belege für neu entdeckte Arten (Holotypen), seltene oder inzwischen ausgestorbene Arten, die im 18., 19. und 20. Jahrhundert aus vielen Teilen der Welt zusammengetragen wurden und Belege für das Potenzial der Evolution im Tierreich darstellen.

Das Zoologische Museum besitzt unter anderem eine umfassende Lehrsammlung, die vor allem von Studenten genutzt wird. Dieser gesondert aufbewahrte Teil der Sammlung (mit einer Reihe wertvoller Stücke) dient Ausbildungszwecken.

Das Museum im Institut für Zoologie und Anthropologie, Berliner Straße 28, ist sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ausstellung „on/off“ über den Nobelpreis in der Alten Mensa Göttingen