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Zweithäufigster Grund für Aufgabe sind finanzielle Probleme

Studienabbrecher haben oft Geldsorgen Zweithäufigster Grund für Aufgabe sind finanzielle Probleme

Wenn das Geld knapp ist, geben Studierende das Studium eher auf als Kommilitonen, denen ein ausreichender Unterhalt zur Verfügung steht. Finanzielle Probleme sind der zweithäufigste Grund, warum Studierende vor allem in den traditionellen Studiengängen abbrechen.

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Plagt auch Göttinger Studierende: Die Ungewissheit der Studienfinanzierung.

Quelle: Theodoro da Silva

Am Donnerstag wurde eine neue Studie veröffentlicht, wonach 19 Prozent der 2500 befragten Studienabbrecher gegenüber dem Hochschul-Informationssystem (HIS) angaben, dass Probleme bei der Studienfinanzierung für sie den Ausschlag gaben.

Für das Deutsche Studentenwerk (DSW) ist das Ergebnis eine Bestätigung der Forderung nach regelmäßiger Erhöhung der Bundesausbildungsförderung (Bafög). „Die Studienfinanzierung ist neben der Überforderung noch immer einer der Knackpunkte, an dem Studierende scheitern, so DSW-Präsident Prof. Rolf Dobischat.

Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan (CDU) hatte am Mittwoch einen Gesetzentwurf angekündigt, wonach das Bafög zum 1. Oktober um zwei Prozent erhöht werden soll. Auch die Ministerin will künftig regelmäßige Erhöhungen der Ausbildungsförderung für Studenten und Schüler. Nach Ansicht von DSW-Präsident Dobischat ist eine regelmäßige Bafög-Erhöhung „eine gute Studienabbruch-Verhinderungspolitik“. Zudem sollten die Bundesländer mit einer verlässlichen und ausreichenden staatlichen Studienfinanzierung gegensteuern und die Studienfinanzierungsberatungen der Studentenwerke unterstützen. Diese erhalten keine öffentlichen Gelder, obwohl das Angebot aufgrund der Nachfrage ausgebaut worden ist und die aktuellen Umfrageergebnisse ebenfalls für die Notwendigkeit sprechen.

In Göttingen hat das Studentenwerk im vergangenen Jahr 517 Beratung nur zur Studienfinanzierung durchgeführt, die keine Bafög-Beratung ist. Für 90 Prozent der Göttinger Studierenden ist die finanzielle Unterstützung von ihren Eltern die Einnahmequelle. Jeder Zweite geht studienbegleitend arbeiten, jeder Vierte erhält BAföG. 18 Prozent erhalten finanzielle Zuwendung von Verwandten und Bekannten, 16 Prozent greifen auf vor dem Studium Gespartes zurück, listet das Studentenwerk die Einnahmequellen auf.

60 Studierende haben 2009 über das Studentenwerk als Vermittler einen KFW-Kredit beantragt. Friedhelm Hartmann, Leiter der Abteilung Studienfinanzierung des Studentenwerks Göttingen, weist darauf hin, dass die Verzinsung des KFW-Kredites zurzeit günstige 3,63 Prozent betrage, so dass sich ein solcher Kredit zur Finanzierung des Studiums, je nach Lebenssituation, durchaus eignen könne. Allerdings betont Hartmann, dass bei der Beratung immer die bestmögliche Finanzierung, also auch das BAföG, im Vordergrund stehe. Gerade hierdurch unterscheide sich die Beratung deutlich von derjenigen der Kreditinstitute, so Hartmann.

Angela Brünjes

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