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Zwergplanet Ceres: Wissenschaftler vermuten Wasser oder Salzmineral auf Nordhalbkugel

Eisflächen im Krater? Zwergplanet Ceres: Wissenschaftler vermuten Wasser oder Salzmineral auf Nordhalbkugel

Die NASA-Raumsonde Dawn setzt ihren Annäherungskurs zum Zwergplaneten Ceres fort: Seit dem 9. Mai steuert das Raumschiff eine neue Umlaufbahn nur 4400 Kilometer über der Oberfläche des größten Körpers im Asteroidengürtel an. Kurz vor Beginn des mehrwöchigen Manövers hat das Kamerasystem an Bord der Sonde neue Bilder des Zwergplaneten eingefangen, teilte das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen mit.

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Ceres aus 13.600 Kilometern Entfernung.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Göttingen. Erstmals seit der Ankunft zeigen die Aufnahmen Ceres nicht nur als schmale Sichel, sondern als vollbeleuchtete Scheibe in bisher unerreichter Auflösung.

Eine der auffälligsten Oberflächenmerkmale des Zwergplaneten, zwei besonders helle Flecke auf der Nordhalbkugel, entpuppen sich in diesen Aufnahmen als deutlich feiner strukturiert als bisher angenommen.

Zwei helle Flecken auf der Nordhalbkugel des Zwergplaneten sind inzwischen als Zentren von Kratern identifiziert. Das könnte, so die Wissenschaftler, ein Beweis sein, dass sich unter der Oberfläche des steinigen Körpers gefrorenes Wasser befindet; möglicherweise in Form von Eis.

„Schon jetzt spricht einiges dafür – etwa die charakteristische Helligkeit dieser Bereiche“, sagt Dr. Andreas Nathues vom MPS, wissenschaftlicher Leiter des Kamerateams. „Gewissheit haben wir aber noch nicht. Es könnte sich prinzipiell auch um ein sehr helles Salzmineral handeln“, fügt er hinzu.

Die Aufnahmen enthüllen auch die genauere Form der hellsten Bereiche. Sie sind in eine Reihe von  Einzelflecken aufgelöst, von denen die meisten einen Durchmesser von weniger als 1,3 Kilometern haben. „Endlich genau zu sehen, wo die hellen Flecken inmitten des Kraters verteilt sind, ist für uns sehr wichtig. Es kann uns helfen zu verstehen, wie diese Gebiete entstanden sind“, so Nathues.

Noch detailliertere Bilder erwarten die Forscher ab dem 6. Juni. Dann erreicht die Raumsonde eine Umlaufbahn in nur 4400 Kilometern Höhe, und beginnt, den Zwergplaneten mit einer Auflösung von 400 Metern umfassend zu kartographieren. Zudem suchen die Forscher nach Anzeichen dafür, ob Wasser von der Oberfläche des Körpers verdampft.

Die Dawn Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich.

Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Göttinger MPS in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

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