Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen So sehen Sie die längste totale Mondfinsternis
Campus Göttingen So sehen Sie die längste totale Mondfinsternis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:03 26.07.2018
Klaus Reinsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Astrophysik der Universität Göttingen, steht an einem 50-cm-Spiegelteleskop in der Teleskopkuppel des Instituts. Am Freitag wird eine Mondfinsternis über Europa erwartet. Quelle: dpa
Anzeige
Göttingen

Wenn das Wetter mitspielt, ist dann für fast zwei Stunden der kupferrote Mond zu sehen. Zeitgleich ist der rote Planet Mars der Erde so nah wie selten. In Niedersachsen und Bremen laden viele Sternwarten, Planetarien und Forschungsinstitute laden zum gemeinsamen Beobachten. Höhepunkt der Mondfinsternis ist um 22.22 Uhr.

Was macht die Mondfinsternis eigentlich besonders?

Die totale Mondfinsternis ist diesmal besonders lang: Der Mond taucht für eine Stunde und 44 Minuten vollständig in den Erdschatten ein. Übertroffen wird diese Mondfinsternis-Dauer erst am 9. Juni 2123 – um zwei Minuten. „Der Mond ist am Freitag auf seinem Weg um die Erde besonders weit weg“, erklärt Harald Krüger vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. Obwohl der Schatten der Erde auf den Mond fällt, ist dieser zu sehen, weil das Licht in der Erdatmosphäre stark gestreut wird. Der Astronom Krüger spricht lieber von einer schönen kupferroten Färbung, weil er den oft verwendeten Begriff Blutmond nicht mag. Durch die Entfernung werde der Mond den Beobachtern aber vergleichsweise klein erscheinen.

Wo lässt sich das Phänomen am besten beobachten?

Viele Sternwarten, Planetarien und Forschungsinstitute bieten Abendprogramme an. Allein in Göttingen rechnen die Veranstalter mit 300 bis 500 interessierten Himmelsguckern. Wer nicht unbedingt durch ein Teleskop sehen will, braucht laut Krüger nur einen freien Blick auf den Horizont in Richtung Südosten, weil dort der Mond aufgeht und sich das Schauspiel so am längsten verfolgen lässt. Selbst der Astronom empfiehlt auch ein paar Blicke ohne Teleskop oder Fernglas, weil die Konstellation am Abendhimmel bei Vollmond günstig sei. „Für die Augen ist das Mondschauspiel im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis auch unbedenklich“, sagt Krüger.

Spielt das Wetter am Freitagabend mit?

Die Sonne wird laut Deutschem Wetterdienst (DWD) etwa in Göttingen um 21.19 Uhr untergehen und die Abenddämmerung werde dann bis etwa 22.02 Uhr dauern. Schwer vorhersagen lasse sich hingegen das Wolkenbild, weil es noch unterschiedliche Wettermodelle für den Abend gebe. Demnach könnten im Süden und Osten Niedersachsens rund um den Harz ein paar Wolken die Sicht versperren. Größere Chancen auf freie Sicht bietet der Nordwesten etwa von Bremen bis an die Nordseeinseln.

Lässt sich das Schauspiel am Himmel gut fotografieren?

Durch den tiefstehenden Mond könnten nach Auffassung des Astronomen Krüger tolle Bilder mit Häusern oder Berglandschaften im Vordergrund entstehen. Der Braunschweiger Fotograf Florian Kleinschmidt empfiehlt eine erhöhte Position, um den Mond auch nahe am Horizont gut einfangen zu können und zusätzliche Elemente mit ins Bild zu nehmen. Da sich die Lichtverhältnisse während der Mondfinsternis stark unterscheiden, sollte es bestenfalls eine Kamera sein, bei der möglichst viel direkter Einfluss auf die Einstellungen möglich ist und sich die Belichtung schnell anpassen lässt. „Notfalls sind Momentaufnahmen auch mit der Handykamera möglich“, sagt Kleinschmidt.

Von dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Prof. Frank Kramer wechselt von der Universitätsmedizin Göttingen auf die Professur für IT-Infrastruk­turen für die medizinische transla­ti­onale Forschung der Universität Augsburg. Er übernimmt die erste Professur für den Forschungsbe­reich Medical Information Sciences der Universitätsmedizin Augsburg zum 1. Oktober.

25.07.2018

Das Historische Gebäude der Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) Göttingen, Papendiek 14, besichtigen und über die Geschichte der Bibliothek lernen können Interessierte am Donnerstag, 26. Juli.

25.07.2018

In welcher Relation steht die Sonne zum Klima und wie haben sich Sonnenstrahlen im Vergleich zu früher verändert? Für die Auseinandersetzung mit solchen Fragen wurde Dr. Kok Leng Yeo vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) ausgezeichnet.

24.07.2018
Anzeige