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Campus Mehr Mais sorgt für weniger Hummeln
Campus Mehr Mais sorgt für weniger Hummeln
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17:00 20.11.2018
Zu viel Mais in ihrem Lebensraum schadet Hummelvölkern. Quelle: Annika Hass
Göttingen

Die Vermutung, dass Monokulturen der Artenvielfalt und Populationsdynamik von Insekten abträglich sind, liegt nahe. Dass einseitige Ernährung mit Mais Fertilität und Wachstum von Hummelvölkern beeinträchtigt, hat eine Studie von Göttinger Wissenschaftlern bestätigt. Die Agrarökologen haben dafür Hummelvölker in 20 Agrarlandschaften im Raum Göttingen ausgesetzt und ihre Entwicklung untersucht. Die ausgewählten Landschaften unterschieden sich in ihrer Struktur durch Feldgröße, Diversität der Nutzpflanzen sowie Flächenanteil von Mais und Raps.

Gewichtszunahme dokumentiert

Bei den „Feldstudien“ auf jeweils einen Quadratkilometer großen Flächen von Friedland bis Northeim seien die Gewichtszunahme der Völker dokumentiert und die Pollen der Hummeln gesammelt worden, berichtet Annika Hass.

Von Hummeln gesammelt, von Forschern analysiert: Pollen im Raum Göttingen. Quelle: Annika Hass
Annika Haas Quelle: Annika Hass

Die in der Zeitschrift „Journal of Applied Ecology“ erschienene Studie hat sie im Rahmen ihrer Doktorarbeit durchgeführt. Die Pollen seien in Kooperation mit der Abteilung Palynologie und Klimadynamik untersucht worden. Die Palynologie („Lehre vom ausgestreuten Staub“) ist ein Zweig der Botanik, der sich mit Pollenanalyse befasst.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Hummeln mit steigendem Anteil von Mais in der Landschaft weniger verschiedene Pollentypen sammelten“, sagt Hass: „Dies wirkt sich negativ auf die Völker aus, da eine große Vielfalt von Pollentypen für ein optimales Wachstum entscheidend ist.“ Feldgröße, Diversität der Nutzpflanzen und der Anteil von Raps hätten hingegen keinen Einfluss auf die Hummeln.

„Im Mais finden sich weit weniger Ackerwildkräuter als bei anderen Nutzpflanzen“, ergänzt Prof. Dr. Teja Tscharntke, der an der Fakultät für Agrarwissenschaften die Abteilung Agrarökologie leitet und Koautor der Studie ist: „Ein mangelhaftes Wachstum ist auch bei anderen Insekten, hauptsächlich Blütenbesuchern, zu erwarten.“ Als Gegenmaßnahmen empfehlen die Forscher Blühstreifen, Hecken oder bunte Brachen. Derartige Agrarumweltmaßnahmen könnten die negativen Auswirkungen von Mais ausgleichen.

Von Kuno Mahnkopf

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