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Die Aschenputtel-Erzählerin gefunden

Kasseler Grimm-Forscher Hoger Ehrhardt Die Aschenputtel-Erzählerin gefunden

Nach mehr als 200 Jahren ist Forschern zufolge das Rätsel gelöst, wer den Brüdern Grimm das weltbekannte Märchen "Aschenputtel" erzählt hat - es war eine alte Frau aus Marburg namens Elisabeth Schellenberg. "Die Frau ist die mündliche Quelle. Sie hat die Erzählung geprägt", sagte am Freitag Grimm-Forscher Holger Ehrhardt von der Universität Kassel.

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Grimm-Forscher Holger Ehrhardt mit dem Auszug aus dem Siechenbuch der Stadt Marburg des Jahres 1814.

Quelle: dpa

Kassel. Ehrhardt hatte den Namen herausgefunden, in dem er Hinweisen aus Briefen Wilhelm Grimms an seinen Bruder Jacob nachging. Er verglich diese mit Tauf- und Sterberegistern Marburger Kirchen sowie Bewohnerlisten von Armenhospitälern.

Schellenberg starb verarmt und kinderlos 1814. "Sie verbrachte ihre letzten Jahre im Siechenhaus St. Jost", sagte Ehrhardt, der dazu das Buch "Die Marburger Märchenfrau" herausgebracht hat. Wilhelm Grimm wollte sich 1810 von der damals 64 Jahre alten Frau in Marburg Märchen erzählen lassen, doch diese wies ihn ab. Erst durch einen Trick - er schickte eine Frau und deren Kinder zu Schellenberg - rückte sie ihre Märchen heraus und erzählte nicht nur "Aschenputtel", sondern auch das weniger bekannte Märchen "Der goldene Vogel".

Von Schellenberg gibt es kein überliefertes Bild, ihr ehemaliges Wohnhaus steht aber noch heute. Die Namen anderer Quellen der Grimmschen Erzählungen sind seit langem bekannt. Wilhelm und Jacob Grimm lebten mit Unterbrechungen zwischen 1798 und 1841 in Kassel, an der Universität Göttingen waren sie von 1830 bis 1837 beschäftigt. In Kassel begannen sie mit der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen und 1838 mit der Arbeit an ihrem Wörterbuch. Dieses wird in Berlin und an der  Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in der  Arbeitsstelle zur Neubearbeitung des Deutschen Wörterbuchs von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm noch heute ergänzt und fortgeführt.

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