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Kurfürstliches Tagebuch des 19. Jahrhunderts

Campus Kurfürstliches Tagebuch des 19. Jahrhunderts

Der starke Regionalbezug gab den Ausschlag: Die Universitätsbibliothek Kassel hat das gut erhaltene und reichverzierte Tagebuch von Auguste Kurfürstin von Hessen-Kassel gekauft. Darin sind private Notizen und Schilderungen politischer Ereignisse des 19. Jahrhunderts enthalten.

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Notierte Alltags-, Reise- und Politik-Ereignisse: Auguste von Hessen-Kassel (1780-1841) im Jahr 1836 in einer Lithografie von Woelfyle.

Quelle: r

Kassel. Im ersten Teil enthält das Tagebuch Schilderungen ihrer Reisen durch Mitteldeutschland in den Jahren 1829 bis 1835, im zweiten finden sich ausführliche Berichte über eine Schweiz-Reise im Frühjahr/Sommer 1835. Den Schluss bilden kurze Notizen zum Aufenthalt Augustes (1780-1841) in Kassel im Winter. Hübsch verzierte die Kurfürstin Seiten des Tagebuchs mit Gouachen von Blumen und schreib manche historisch Notiz in Englisch, Italienisch und Französisch nieder. 

Das Tagebuch spiegelt nach Angaben der Universität Kassel wider,  welch große Bedeutung familiäre Bindungen für Auguste hatten und wie komplex das Beziehungsgeflecht der kurfürstlichen Familie um 1830 gewesen sein muss. So dokumentiert der Text die enge Bindung der Kurfürstin zu ihrer jüngsten Tochter Marie von Sachsen-Meiningen, in deren Sommerresidenz Altenstein sie oft wochenlang zu Besuch war, ebenso wie das äußerst gespannte Verhältnis zu ihrem Sohn Friedrich nach dessen Heirat mit der geschiedenen Gertrude Lehmann.

Kulturgeschichtlich aufschlussreich

Historisch interessant sind vor allem die detaillierten Schilderungen der politischen Unruhen im Kasseler Winter 1830/31, die, obwohl sie sich zu diesem Zeitpunkt in Fulda aufgehalten haben muss, den Eindruck erwecken, als ob sie diese vor Ort miterlebt habe. Kulturgeschichtlich aufschlussreich dürften die Schilderungen auch unter zwei weiteren Aspekten sein: Auguste war eine frühe Touristin, das Buch enthält detailreiche Schilderungen ihrer Eindrücke auf Reisen und bei Ausflügen durch Mitteldeutschland und die Schweiz. Daneben geben die Notizen Aufschluss über Auguste in ihrer Rolle als adelsstolze preußische Prinzessin und Kurfürstin auf dem Abstellgleis, über gesellschaftliches Leben in Fulda, Kassel und am Meininger Hof und weibliches Statusbewusstsein im Umgang mit Adeligen, Militär und Bürgerlichen.

Auktion in Berlin

Die Universität Kassel konnte nach eigenen Angaben das Tagebuch auf einer Auktion in Berlin ersteigern. Ein Digitalisat in hoher Auflösung steht über das Onlinearchiv ORKA der Universität Kassel zur Verfügung.

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