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Öko-Landbau für die Forschung

Öko-Feldtage Öko-Landbau für die Forschung

Praxis und Forschung verbinden sich auf dem Lehr- und Versuchsgut der Universität Kassel: Mit den bundesweit ersten Öko-Feldtagen haben auch die Besucher etwas von diesem Prinzip.

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Rinderstall der Staatsdomäne Frankenhausen: Seit 1998 hat die Universität Kassel den landwirtschaftlichen Betrieb gepachtet.

Quelle: R

Grebenstein. Am Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. Juni, informieren etwa 280 Aussteller über Ökolandbau und agrarwissenschaftliche Themen. „Agrarwissenschaften sind ein zukunftsträchtiges Wirkungsfeld mit großem Forschungspotenzial - die Universität Kassel konzentriert sich dabei auf die Ökologischen Agrarwissenschaften. Sie hat am Standort Witzenhausen und auf der Staatsdomäne Frankenhausen einen Fachbereich mit langer Tradition und großem internationalen Renommee“, sagte Prof. Reiner Finkeldey, Präsident der Universität. Das Versuchsgut, die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen in Grebenstein, sei daher der ideale Veranstaltungsort der Öko-Feldtage. Praxisorientierte Beispiele von agrarwissenschaftlichen Projekten des Versuchsguts sowohl im ökologischen Pflanzenbau als auch in der Tierhaltung werden bei den Öko-Feldtagen vorgestellt.

So können sich die Besucher nach Angaben der Hochschule auf den umliegenden Feldern Demonstrations- und Exaktversuche zu Anbauverfahren von Weizen, Mais und Leguminosen anschauen. Landessortenversuche zu Kartoffeln und Silomais sind weitere Anschauungsobjekte. Zudem zeigen die Aussteller auf zahlreichen Demonstrationsflächen die verschiedensten Kulturen - von Ackerbohnen bis Zuckerrüben.

Ideen für die Arbeit auf dem Bauernhof

Modernste Technik und traditionelles Wissen machen den Ökolandbau nach Ansicht der Veranstalter zukunftsfähig. Das bestätigen nach Angaben der Universität Kassel immer mehr Bauern, die auf Bio umstellen. Mit den Öko-Feldtagen werde nun eine Plattform geboten, „auf der Praktiker sowie Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft die neuesten Entwicklungen diskutieren“, sagt Felix zu Löwenstein vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Schirmherr der Veranstaltung.

Ziel ist es, bei den Feldtagen die Neuigkeiten aus der Ökolandbranche vorzustellen. Neben den Versuchsflächen sind auch Sonderschauen organisiert worden.

„Hier finden Bäuerinnen und Bauern eine Fülle von Ideen für ihre tägliche Arbeit“, beschreibt Uli Zerger, Biobauer und Geschäftsführer der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), die Veranstaltung. Die SÖL hat die Öko-Feldtage initiiert. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt die Öko-Feldtage finanziell und ist mit der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen / Universität Kassel Mitveranstalter.

„Gläserner Betrieb“ in der Rötsenke

Die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen ist seit 1998 ein Lehr-, Forschungs- und Transferzentrum für ökologischen Landbau und nachhaltige Regionalentwicklung. Sie werde aber, so die Universität Kassel, wie ein Wirtschaftsbetrieb geführt: Die Domäne vermarkte beispielsweise Milch, Eier und Fleisch der Nutztiere sowie Möhren und Kartoffeln. Somit biete der landwirtschaftliche Betrieb mit 320 Hektar Fläche im Pflanzenbau als auch in der Tierhaltung schon viele Beispiele für praxisorientierten Ökolandbau und sei ein idealer Standort für die Feldtage.

Als „gläserner“ Betrieb stelle die Domäne ein Modell für ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Wirtschaften in der Region dar, beschreibt die Universität Kassel das Konzept. Dabei werde der Betrieb, der in der Rötsenke bei Hofgeismar liegt, in die universitäre Forschung und Lehre eingebunden und gleichzeitig der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, auch bei größeren Veranstaltungen wie jetzt den Öko-Feldtagen.

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Landwirtschaft mit Erdgastraktor und Schneckenroboter

Bei den Öko-Feldtagen auf der Staatsdomäne Frankenhausen werden verschiedenste landwirtschaftliche Maschinen im Einsatz gezeigt: Täglich sind 35 Vorführungen vorgesehen. Neue Entwicklungen, wie etwa Unkrautbekämpfung und Schneckensuche mit Robotern oder ein Erdgastraktor, sind weitere Programmpunkte der zweitägigen Veranstaltung am Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. Juni, auf dem Landgut in Grebenstein bei Hofgeismar. In Sonderschauen erfahren die Besucher Neues über Bio-Tierhaltung und Kompost. Praktiker, Forscher und Berater stellen im Zelt „Praxis trifft Forschung“ aktuelle Forschungsergebnisse mit starker Praxisrelevanz vor: In den Vorträgen von Wissenschaftlern und Verbandsvertretern geht es unter anderem um regionale Biofuttermittel, Ebermast, Leguminosen und Nährstoffmanagement. Die Auftaktveranstaltung hat den Themenschwerpunkt Heimische Eiweißpflanzen und beginnt am Mittwoch, 21. Juni, um 14 Uhr. Referenten sind Dr. Hanns-Christoph Eiden (Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung), Jan Plagge (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft), Werner Vogt-Kaute (Naturland-Berater) und Martin Miersch (Soja-Netzwerk).
In einem zweiten Fachforum präsentieren Aussteller aus Wissenschaft und Wirtschaft weitere Themen rund um den Ökolandbau, wie etwa Artenvielfalt auf Ökobetrieben, ökologischen Pflanzenschutz und Direktvermarktung, teilte die Universität Kassel mit. Vertreten sind außer der Universität Kassel auch die Universitäten Göttingen, Gießen, Bonn und Hohenheim sowie das Bundes-Landwirtschaftsministerium, das Julius-Kühn-Institut, das Thünen-Institut, das Leibniz-Institut für Agrarlandschaftsforschung und das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen. www.oeko-feldtage.de

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