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Rosenzweig-Professur für Micha Brumlik

Auszeichnung der Universität Kassel Rosenzweig-Professur für Micha Brumlik

Die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur der Universität Kassel geht in diesem Sommersemester an den Philosophen und Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik. Er hält am Mittwoch, 20. April, eine Vorlesung zu „Franz Rosenzweig und der Zionismus - zwischen Theologie und Politik“.

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Die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur der Universität Kassel geht in diesem Sommersemester an den Philosophen und Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik.

Quelle: EF

Kassel. Brumlik (69) ist eine wichtige Stimme im interreligiösen Dialog, er hat sich immer wieder auch in die aktuelle Debatte um die Integration von Migranten eingeschaltet, teilte die Hochschule mit.

Der gebürtige Schweizer Brumlik studierte Philosophie an der Hebrew University Jerusalem sowie Philosophie und Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von 1981 bis 2000 hatte er den Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Universität Heidelberg inne und war von 2000 bis 2013 Professor für Theorien der Bildung und Erziehung am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Von 2000 bis 2005 amtierte er außerdem als Direktor des Fritz-Bauer-Instituts, des Forschungs- und Dokumentationszentrums zur Geschichte des Holocaust an der Goethe-Universität Frankfurt. Seit 2013 ist er Senior Professor am Zentrum Jüdische Studien Berlin/Brandenburg.
„Mit Herrn Brumlik haben wir eine profilierte Stimme des Judentums in Deutschland gewinnen können. Für das jüdisch-christliche Gespräch sind seine Beiträge unverzichtbar – Ausdruck davon ist die Verleihung der diesjährigen Buber-Rosenzweig-Medaille. Wir freuen uns sehr, dass Micha Brumlik das Lehrangebot der Universität mit seinen Themen bereichert“, sagte Prof. Ilse Müllner, Mitglied der Findungskommission und Professorin für Katholische Theologie / Altes Testament an der Universität Kassel.

Brumlik selber kommentierte: „Der Erhalt der Rosenzweig-Professur ist mir Ehre und Ansporn. Wie kein anderer hat Franz Rosenzweig die Widersprüche eines modernen jüdischen Lebens in sich und seinem Werk ausgetragen – diesen Widersprüchen nachzugehen, wird Ziel meiner Lehre in Kassel sein.“ Die öffentliche Antrittsvorlesung mit dem Titel „Franz Rosenzweig und der Zionismus - zwischen Theologie und Politik“ findet statt am 20. April, von 18 bis 20 Uhr, im Konferenzraum des Science-Pakrs der Universität, Universitätsplatz 12.

Neben dieser Veranstaltung hält Brumlik im Rahmen des Lehrangebots der Universität zwei weitere Veranstaltungen: zum einen eine wöchentliche Vorlesung mit dem Thema „Kritische Geistesgeschichte des Zionismus“. Sie spannt einen Bogen von dem ersten Judenstaatstheoretiker, Moses Hess, über die sozialistischen und revisionistischen Zionisten des beginnenden 20. Jahrhunderts bis zu den letzten, politisch weit rechts stehenden nationalreligiösen Zionisten der Gegenwart und den Debatten um den sogenannten „Postzionismus“.

Das zusätzliche Seminar „Messianismus im Judentum“ behandelt die Frage nach der Hoffnung auf einen errettenden und erlösenden Gesalbten, einen Messias. Es widmet sich den literarischen und theologischen Motiven und der entsprechenden politischen Diskurse, die darin zum Ausdruck kommen.

Erinnerung an einen großen Sohn der Stadt Kassel

Die deutschlandweit einmalige Franz-Rosenzweig-Gastprofessur erinnert an Werk und Vermächtnis des aus Kassel stammenden jüdischen Religionsphilosophen. Die Professur wird jeweils zum Sommersemester vergeben. Mit der Gastprofessur wurden bis heute zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen, u.a. der Philosophie, Geschichts-, Kunst-, Literatur- und Religionswissenschaft aus Israel, Europa und Nordamerika geehrt.
Die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur wird von der Universität Kassel seit 1987 verliehen. Sie wurde im Anschluss an einen internationalen Kongress ins Leben gerufen, der zum 100. Geburtstag des bedeutenden Religionsphilosophen stattfand. In den letzten Jahren diente die Professur verstärkt der Vergegenwärtigung der durch den Nationalsozialismus zerstörten Kultur des europäischen Judentums und der Auseinandersetzung mit der jüdischen Gegenwart.

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