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Uni Kassel erforscht NS-Vergangenheit von Kanzleramt und Behörden

Forschungsprojekt Uni Kassel erforscht NS-Vergangenheit von Kanzleramt und Behörden

Die Bundesregierung lässt die NS-Vergangenheit des Kanzleramts und anderer zentraler Behörden erforschen. Die Universität Kassel wird unter dem Titel „Neue Eliten - etabliertes Personal“ untersuchen, wie weit der Neuanfang nach 1945 von Menschen geprägt wurde, die auch zu Hitlers Zeiten schon Karriere machten.

Das Bundeskanzleramt in Berlin wurde von 1997 bis 2001 erbaut.

Quelle: dpa

Berlin/Kassel. Die Bundesregierung lässt die NS-Vergangenheit des Kanzleramts und anderer zentraler Behörden erforschen. Eine unabhängige Expertenkommission schlug zehn Projekte vor, die der Entwicklung der Behörden vom Nazi-Regime bis in die Nachkriegszeit nachgehen sollen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) stellt für das Forschungsprogramm bis zum Jahr 2020 insgesamt 4 Millionen Euro zur Verfügung.

So wird die Universität Kassel unter dem Titel „Neue Eliten - etabliertes Personal“ untersuchen, wie weit der Neuanfang nach 1945 von Menschen geprägt wurde, die auch zu Hitlers Zeiten schon Karriere machten. Wegen der ressortübergreifenden Bedeutung des Bundeskanzleramts wird es zu dessen Geschichte gleich zwei Forschungsprojekte geben - von der Universität Siegen und vom Institut für Zeitgeschichte in München gemeinsam mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.

Grütters erklärte, erstmals würden institutionsübergreifende Arbeiten gefördert, die sich nicht am Raster der Behörden orientierten. „Dadurch eröffnen sich der Forschung völlig neue Zugänge und Perspektiven.“ Den Anstoß zu dem Projekt hatte eine von Grütters beauftragte Studie gegeben.

Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) begrüßte die Berücksichtigung der Universität Kassel. „Wir stehen gemeinsam in der Verantwortung, immer wieder an dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte zu erinnern und es ehrlich und kritisch aufzuarbeiten“, teilte er mit. „Auch die jüngst erfolgte Einrichtung zweier Holocaustprofessuren in Frankfurt und Gießen zeigt dabei, wie ernst Wissenschaft und Politik – gerade hier in Hessen – diese Verantwortung nehmen.“

Von Stephan Köhnlein

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