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Campus Klinik-Dienstleister drohen mit großen Streiks in Göttingen
Campus Klinik-Dienstleister drohen mit großen Streiks in Göttingen
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14:32 03.12.2018
Beschäftigte der UMG-Klinikservice- GmbH demonstrieren vor dem Göttinger Unipräsidium und sprechen mit Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel. Quelle: R
Göttingen

Gut 30 Reinigungskräfte aus dem Göttinger Uni-Klinikum haben am Montagmorgen vor dem Präsidium der Universität demonstriert. Sie werben für „faire Löhne“ in der Klinikservice GmbH.

Die Beschäftigten der Firma – eine Tochtergesellschaft der Unimedizin ( UMG) und der Universität Göttingen – fordern seit Wochen bessere Löhne für ihre Tätigkeit. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erhalten jüngere Angestellten 40 Prozent weniger Gehalt als Altbeschäftigte, die schon vor der Ausgliederung und Gründung der Tochtergesellschaft beim Klinikum angestellt waren.

Beschäftigte sehen Gesellschafter in verantwortung

Am Mittwoch sind die nächsten Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Klinikservice GmbH geplant. Nach vorangegangenen Warnstreiks und anderen Aktionen haben am Montag Streikdelegierte spontan das Gespräch mit dem UMG-Vorstand und mit Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel gesucht. Sie sehen sowohl die Uni als auch die UMG als Gesellschafter in der Verantwortung, der Klinikservice GmbH „den erforderlichen finanziellen Spielraum zu geben, damit sie gleiche Löhne zahlen kann“, erklärte Verdi-Sekretär Patrick von Brandt. 

Beschäftigte der UMG-Klinikservice- GmbH demonstrieren vor dem Göttinger Unipräsidium und sprechen mit Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel (Mitte). Quelle: R

  

Ihre Demonstration am Wilhelmsplatz war allerdings schnell beendet – nach einem etwa fünfminütigen Gespräch mit Beisiegel. Sowohl die Präsidentin als auch ein Vertreter des UMG-Vorstandes hätten zugesagt, sich für die Interessen der Beschäftigten einzusetzen, sagte von Brandt anschließend.

Neue Warnstreiks angedroht

Aus dem Präsidium gab es dazu keine Stellungnahme. Die Positionen seien seit längerem ausgetauscht und bekannt. Darüber hinaus verweist die Pressestelle der Uni auf die Tarifverhandlungen am Mittwoch.

Die sind nach Angaben von Verdi bedeutsam. Die Beschäftigten hätten einen „weitreichenden Kompromissvorschlag vorgelegt“, so von Brandt. Sollte sich die GmbH jetzt nicht bewegen, „wird es in den kommenden Wochen weitere und größere Streiks geben müssen“. Inzwischen haben sich auch studentische Gruppen mit dem Beschäftigten solidarisiert.

Dienstleister in mehreren Bereichen

Die Klinikservice GmbH erbringt für Uni und UMG Dienstleistungen in der Reinigung, im Bereich Patiententransport und der Wäscherei. Die Beschäftigten fordern neben einer Angleichung ihrer Löhne, eine „echte“ Jahressonderzahlung sowie eine Betriebsrente. us

Von Ulrich Schubert

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