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Campus Napalm Death begeistert in Göttinger Mensa
Campus Napalm Death begeistert in Göttinger Mensa
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09:40 19.11.2018
Napalm Death begeistert das Publikum bei der ausverkauften 5. Full Metal Mensa. Quelle: Pagendarm
Göttingen

An alle Skeptiker vorweg: die Mensa steht noch. Und das, obwohl allen voran die vier Jungs aus Birmingham beim Herausschreien ihrer Wut das robuste Beton-Bauwerk am Platz der Göttinger Sieben mehr als nur vibrieren ließen. Napalm Death (ND), das sind Grindcore-Götter, gilt die Band doch als eine der prägenden Vorreiter-Kapellen dieses Extrem-Metal-Genres. Ihr Bekanntheitsgrad in der Szene ist gewaltig: Wer Metal hört, hat auch schon von ND gehört. Kommerzieller Mainstream wurde das Birmingham-Exportgut nie. Und darauf ist nicht nur die Band stolz, sondern auch ihre Fangemeinde.

Impressionen von der 5. Full Metall Mensa mit Napalm Death als Headliner

Ursprung in der Punk-Szene

In eine Schublade lässt sich ND aber nicht einsortieren. Grindcore, Hardcore-Punk, Death Metal, Black Metal – alles findet sich in ihrem fast 40-jährigen Bandgeschichte-Repertoire wieder. Dass die Musik ihren Ursprung aber in der Punk-Szene hat, will niemand verleugnen. Hier ist jeder gegen Nazis, gegen die Ausbeutung der Menschen durch das Kapital, gegen Atomwaffen und für ein friedliches gleichberechtigtes Miteinander ohne Grenzen.

Musik im Vollgas-Vorwärts-Modus mit gesellschaftskritischen Texten

Melodien? Zu vernachlässigen, die werden allenfalls angedeutet. Dafür gibt es bei Napalm Death die Garantie für extreme Musik im Vollgas-Vorwärts-Modus sowie für intelligent gemachte gesellschaftskritische Texte. Frontmann Mark Greenway nutzt die kurzen Unterbrechungen zwischen den oft nur unwesentlich längeren Songs dazu, seine politische Meinung in den Texten anzumoderieren. Das Publikum feiert ihre Anarcho-Helden lautstark. Dann erklingt das nächste Riff, die Double-Base von Schlagzeuger Danny Herrera peitscht das Tempo an, und vor der Bühne entlädt sich die brachiale Energie in Moshpits sowie beim Crowdsurfing und Stagediving. Und alles ist friedlich, denn wie Greenway betont: Es sind gerade politisch echt schwierige Zeiten. Also: Achtet auf eure Nachbarn, jeder einzelne ist wichtig.“ Um seine Worte zu untermauern, legt die Band nach und spielt das „Dead Kennedys“-Cover „Nazi Punks Fuck off“. Ein weiteres Geschmacksknospen-Feuerwerk erlebte das Publikum nicht nur bei „Standardization“.

Mark „Barney“ Greenway schreit seine Wut heraus

Während Greenway auf der Bühne Frust und Wut herausschreit, zupft Shane Embury seit 1987 die Saiten seines Basses derart unaufgeregt, das dies im krassen Missverhältnis zur aggressiven Aura Greenways steht. Selbst die schnellsten Bass-Riffs scheinen den 50-Jährigen kaum zu fordern. Und doch funktioniert das Bühnenbild prächtig. Gitarrist Mitch Harris komplettiert das Line-up. Er ist seit 1990 Teil der Band. Mit dem Riff zu „Siege of Power“ lässt er nach gut 70 Minuten Vollgas die letzten Akkorde des Tages erklingen. Was folgt ist ein großes Abklatschen zwischen Band und Publikum, denn man ist sich nah und wichtig in der Szene.

Full-Metal-Mensa-Konzept ging erneut auf

Dass das Full-Metal-Mensa-Konzept erneut aufging, dafür sorgten mit Crescendium, Psychotool und Erasement auch drei starke Bands aus Göttingen und der Region. Als weite Topacts begeisterten Fateful Finality aus Stuttgart sowie die Doom-Metaller The Crawling aus Nordirland. „Wir sind super zufrieden. Alles lief perfekt, das Konzert wurde super angenommen. Einzig an den langen Schlangen beim Getränkeverkauf müssen wir arbeiten. Aber auch das bekommen wir hin, wir verbessern uns ja von Jahr zu Jahr“, bilanzierte Horst Reinert vom Kulturbüro des Studentenwerks.

Von Mark Bambey

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