Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Studie: Schulabbrecherquote erhöht

Arbeit Studie: Schulabbrecherquote erhöht

Es ist der denkbar schlechteste Start ins Berufsleben: Ohne Abschlusszeugnis zumindest einer Hauptschule droht vielen jungen Menschen eine dauerhafte Abhängigkeit von Sozialleistungen. Die bundesweite Entwicklung lässt stark zu wünschen übrig.

Voriger Artikel
Viele Büroarbeiter trauen einer Maschine den eigenen Job zu
Nächster Artikel
Gesetz für Lohntransparenz: Was Berufstätige wissen müssen

Wer ohne einen Hauptschulabschluss die Schule verlässt, hat deutlich weniger Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Laut einer Studie ist die Abbrecherquote 2015 erneut gestiegen.

Quelle: Peter Steffen/dpa

Berlin. Etwa jeder 17. Jugendliche in Deutschland erreicht nach einer neuen Caritas-Bildungsstudie keinen Schulabschluss und hat damit nur stark eingeschränkte Jobchancen.

Nach den jetzt komplett vorliegenden Daten des Jahres 2015 aus mehr als 400 kreisfreien Städten und Kreisen haben bundesweit 47 435 Jugendliche die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen. Die Quote stieg demnach auf 5,9 Prozent und lag damit über dem Niveau von 2014 (5,7) und 2013 (5,6).

Caritas-Präsident Peter Neher sagte angesichts der Negativ-Entwicklung: "Jugendliche, die ohne Abschluss die Schule verlassen, haben deutlich weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz, schlechte berufliche Perspektiven und weniger Aussicht auf ein Leben unabhängig von staatlichen Leistungen." Wieder hätten sich deutliche Unterschiede im Vergleich der

Bundesländer gezeigt: Die Quoten der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss lagen 2015 zwischen 4,2 Prozent in Hessen und 9,9 Prozent in Sachsen-Anhalt.

In einigen Bundesländern stieg die Quote laut Caritas zuletzt deutlich an: in Hamburg von 4,9 auf 6 Prozent, in Rheinland-Pfalz von 5,6 auf 6,4 Prozent und in Sachsen-Anhalt von 9,2 auf 9,9 Prozent. In einigen Ländern sei sie aber auch gesunken: in Hessen von 4,9 auf 4,2 Prozent und in Brandenburg von 7,8 auf 7,1 Prozent.

Entscheidend neben der Schulpolitik und der wirtschaftlich-sozialen Struktur vor Ort sei auch der politische Wille, meinte Neher: "Ein Miteinander von Politik, Schule, Jugendamt, Arbeitsamt, Wohlfahrtspflege und Wirtschaft kann dazu führen, dass mehr Jugendliche einen Abschluss schaffen." Schulsozialarbeit, frühe Förderung und Beratung, Berufsorientierung und Elternarbeit könnten "entscheidend dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche ihren Hauptschulabschluss schaffen", so der Caritas-Chef.

Auch der Anfang März vorgestellte "Chancenspiegel 2017" der

Bertelsmann-Stiftung hatte die hohe Schulabbrecherquote in Deutschland hervorgehoben, und zwar besonders bei Jugendlichen mit ausländischem Pass oder Migrationshintergrund. Für diese Schüler sei das Risiko eines Abbruchs - ohne zumindest den Hauptschulabschluss zu erreichen - mehr als doppelt so hoch wie für deutsche Mitschüler. Während der Anteil aller Schüler ohne Abschluss hierzulande der Studie zufolge seit 2011 unter 6 Prozent sank, stieg die Quote bei ausländischen Schülern bis 2014 von 12,1 auf 12,9 Prozent. Betroffen ist in dieser Gruppe also sogar etwa jeder Achte.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles