Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Brücken bauen

Ausbildung Brücken bauen

Jede Arbeit ist ein Unikat: Zahntechniker schließen Lücken im Gebiss. Die Ausbildung zum Zahntechniker erfordert dabei neben Kreativität und Genauigkeit ein Sinn für Ästhetik und handwerkliches Geschick.

Voriger Artikel
Zupacken ist wichtig
Nächster Artikel
Ein Hörsaal ohne Männer

Zahntechniker arbeiten sowohl mit virtuellen als auch realen Modellen.

Quelle: Markus Scholz

Hannover. Ein strahlendes Lächeln kommt mit schönen Zähnen besonders gut an. Wer kein perfektes Gebiss hat, muss nicht hadern – schließlich gibt es Zahntechniker, die in Dentallabors Tag für Tag Zahnersatz herstellen. Natürlich nicht als Massenware, sondern als Unikate für den Patienten. Das Ergebnis muss dabei nicht nur genau passen, sondern auch gut aussehen.

Gebissabdrücke von Patienten dienen Zahntechnikern als Vorlage. Danach fertigen sie Kronen, Brücken, Implantate, Inlays oder Prothesen. „Bei meiner Arbeit geht es um viel Feinjustierung“, erzählt Saskia Krämer. Die 21-Jährige ist Auszubildende bei einem Essener Zahntechnik-Meisterbetrieb. Täglich modelliert, schleift und poliert sie in Handarbeit Zahnersatz und arbeitet dabei mit unterschiedlichen Materialien wie Kunststoff, Metall und Keramikmasse. „Eine reine Bürotätigkeit wäre nichts für mich. Mir gefällt es, etwas mit meinen Händen zu schaffen“, sagt Krämer.

Kreativität und Genauigkeit werden erwartet

Dreieinhalb Jahre dauert die duale Ausbildung. Formal müssen Bewerber mindestens den Hauptschulabschluss haben. Überwiegend würden jedoch im Zahntechnikerhandwerk Azubis mit mittlerer Reife oder Abitur eingestellt, sagt Klaus Bartsch vom Vorstand des Verbands Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) in Berlin. Neben Kreativität und Genauigkeit werden von Bewerbern Sinn für Ästhetik und handwerkliches Geschick erwartet.

Für die Arbeit in Dentallabors sind außerdem gute Kenntnisse in Mathematik und Physik wichtig – damit die künftigen Zahntechniker etwa das Mischverhältnis der diversen Werkstoffe exakt berechnen können. „Wer all diese Voraussetzungen mitbringt, hat gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz“, sagt Michael Knittel, Geschäftsführer der Zahntechniker-Innung für den Regierungsbezirk Düsseldorf.

Kronen, Implantate oder Brücken gießen Zahntechniker auf der Basis eines dreidimensionalen Modells zum Beispiel aus Metall und verblenden es danach in einer zahntypischen Farbe. „Bewerber sollten einen guten Blick für Formen und Farbnuancen haben, damit der Zahnersatz im Gebiss des Patienten nicht auffällt“, erklärt Bartsch. Kronen oder Brücken fertigen die Fachkräfte aber auch aus Keramik. Bei diesem Verfahren fräsen die Techniker die Zahnform aus einem Keramikblock heraus. Daneben stellen sie auch Teil- oder Vollprothesen her. Dafür gibt es industriell vorgefertigte Zähne, die in Maßarbeit an den Kiefer des Patienten angepasst werden. Bei Teilprothesen biegen und löten sie die Metallklammern, an denen die künstlichen Zähne hängen. Vollprothesen müssen passgenau auf dem Kiefer aufliegen, damit sie gut halten.

Weiter gehört es zur Aufgabe der Zahntechniker, Prothesen zu reparieren oder Zahnspangen herzustellen. In der Berufsschule lernen die Auszubildenen etwa, wie der Fertigungsprozess rund um Prothesen geplant und ausgeführt wird. Darüber hinaus wird ihnen beigebracht, wie sie das Gebiss mit dem eingefügten Zahnersatz auf seine Funktionsfähigkeit überprüfen können. Zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres müssen die Jugendlichen eine Zwischenprüfung ablegen. Die Ausbildung endet dann mit der Gesellenprüfung.

Unterschiedliche Ausbildungsvergütung

„Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist unterschiedlich geregelt und hängt auch von der Betriebsgröße ab“, sagt Knittel. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit liegt das Gehalt im Schnitt bei 405 Euro im ersten und 555 Euro im letzten Ausbildungsjahr. Einen Tarifvertrag gibt es für das Zahntechnikerhandwerk nicht. Nach der Ausbildung arbeiten die Fachkräfte meist in Dentallabors. Auch eine Beschäftigung in der Zahnarztpraxis, in Kliniken oder in der zahntechnischen Industrie ist möglich. Die Höhe des Einstiegsgehalts ist ebenfalls unterschiedlich und liegt nach VDZI-Angaben zwischen 1.300 und 1.700 Euro brutto im Monat. „Für Zahntechniker gibt es viele Weiterbildungsangebote“, sagt Knittel. So besteht die Möglichkeit, nach einigen Gesellenjahren die Meisterprüfung abzulegen und sich selbstständig zu machen. Auch eine Fortentwicklung zum Fach- und Betriebswirt ist möglich. Abiturienten können Zahnmedizin oder Dentaltechnik studieren.

Saskia Krämer will in jedem Fall Karriere machen. „Ich könnte mir vorstellen, Meisterin zu werden und dann Lehrlinge auszubilden oder Mitglied in einer Prüfungskommission zu sein“, erzählt sie.

Sabine Meuter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Studium & Beruf