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Campus Tag der offenen Sternwarte
Campus Tag der offenen Sternwarte
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00:25 09.05.2018
Axel Wittmann (links), Geschäftsführer der Gauß-Gesellschaft, führt Besucher durch die Gauß-Kuppel. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

An dem Ort, wo der Mathematiker, Physiker und Astronom Carl-Friedrich Gauß im Jahr 1807 als erster Direktor arbeitete, führte Axel Wittmann, Geschäftsführer der Gauß-Gesellschaft, am Vormittag halbstündlich Besuchergruppen in die Gauß-Kuppel. Maximal 25 Personen dürfen aus statischen Gründen gleichzeitig in den astronomische Beobachtungsstation mit dem Teleskop, das im Jahr 1885 in Süddeutschland gebaut wurde. Die ersten Warteschlangen bilden sich im Parterre am Fuß der hölzernen Treppe. Zu Gauß‘ Zeiten sei allerdings noch ein anderes Fernrohr installiert gewesen, weiß Wittmann. Anschaulich beschreibt er den Gästen wie Astronomie in dem mit rotbraunem Linoleum ausgekleideten Raum früher funktioniert hat. Derzeit werde die Linoleumauskleidung von einem Spezialisten aufwendig restauriert. Die Baukosten von etwa 50 000 Euro übernimmt zum großen Teil die Göttinger Gauß-Kuppel-Gemeinschaft. Mit Hilfe unterarmdicker Taue bewegt Wittmannn die schon früher instandgesetzte Kuppel mit dem Lichtschacht, die sich auf ihren stählernen Rollen leise quietschend in Bewegung setzt.

Musik aus dem 18. Jahrhundert.

Im Erdgeschoss nehmen viele Besucher an den Führungen von Dominik Hünniger durch die von ihm mitkuratierte Ausstellung „Lichtenbergs MenschenBilder“ teil, die im Roten und Blauen Saal gezeigt wird. Hier gehe es um nichts weniger, als die Frage, was es heißt Mensch zu sein. Im Zentrum der Ausstellung stehen zwei Hauptvertreter der Göttinger Aufklärung: Georg Christoph Lichtenberg sowie Johann Friedrich Blumenbach und ihre Sicht auf die menschliche Varietät. Nebenan, im Grünen Saal, ertönen wenig später musikalische Klänge. Tiago Coimbra (Oboe), Jordi Herrera-Roca (Violine), Atsushi Komatsu-Hayakawa (Viola) und Vladislav Kozin (Violoncello), alle sind sie Solisten im Göttinger Symphonie-Orchester, spielen als „Fantasie Quartett“ Musik aus dem 18. Jahrhundert.

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Das Lichtenberg-Kolleg der Universität Göttingen hat am Sonnabend zum „Tag der offenen Sternwarte“ eingeladen.

Panda, Elfe und Klapperschlange

Draußen auf der großen Wiese geht es bei strahlendem Sonnenschein hingegen etwas weniger ernst zu. Kinderlachen schallt von der großen Hüpfburg herüber, wenn es den Kurzen wieder einmal gelungen ist einen Purzelbaum, Handstand oder gar einen Salto auf den luftgefüllten Polstern hinzulegen. Heidemarie Hopf und ihr Team vom Lichtenberg-Kolleg stellen mit den Kindern unzählige Anstecker mit der Button Maschine her. Während sich der sechsjährige Hannes für einen Pandabären und das Logo von Captain America entscheidet, wählen die Schwestern Hannah (10) und Lina (11) rosafarbene Blüten als Motiv aus. Am Nachbartisch bespaßen Anne Geisler und Kamila Sabagh von Wichtel-Events die Kinder. Sie schminken die Kids zu Elfe, Schmetterling, Tiger oder Batman. Sie modellieren aus bunten Ballons Hunde, Schwerter und sogar eine Klapperschlange – strahlende Kinderaugen danken es ihnen.

Lachs und Harzer Höhenrind

Auf dem gesamten Areal duftet es nach wunderbaren kulinarischen Köstlichkeiten. Vor dem Säuleneingang zur Sternwarte gibt es leckere Bratwurst. Auf der Terrasse vom Restaurant „Planea Basic“ sind zur Mittagszeit nahezu alle Außenplätze besetzt. Bei warm geräuchertem Lachs mit Kokos-Chili-Kraut oder Tranchen von der Steakhüfte vom Harzer Höhenrind mit Kartoffelsalat genießen die Gäste ein frisches Glas Wein beobachten das bunte Treiben und sind doch selbst mittendrin.

Von Christoph Mischke

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