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3800 Bäume auf dem Gelände der Uni Göttingen

Campus-Ansichten 3800 Bäume auf dem Gelände der Uni Göttingen

Die Tageblatt-Serie „Campus-Ansichten“ bietet Einblicke und Ausblicke, die die Universität und Forschungsinstitute in Göttingen von Seiten zeigen, die nur wenigen Menschen bekannt sind. Um die Baumpflege geht es in Folge 19.

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Universitätsgärtner Matthias Schön

Quelle: CH

Göttingen. „Die alten Veteranen wachsen einem mit der Zeit ans Herz“, meint Universitätsgärtner Matthias Schön. Seit 25 Jahren pflegt der Mitarbeiter des Infrastrukturellen Gebäudemanagements die Bäume auf dem Hochschulgelände. 3800 Stück verzeichnet das Baumkataster. Jedes Exemplar wird jährlich begutachtet.

 

„Meistens ist aus den Bäumen entlang der Wege und Straßen Totholz zu entfernen“, berichtet Schön. Die Universität muss die Verkehrssicherheit auf ihrem Gebiet gewährleisten. Besonders viel Totholz produzieren die Eichen. Die Platanen dagegen, die etwa auf den Parkplätzen am Zentralen Hörsaalgebäude stehen, sind teilweise vom Massaria-Pilz befallen. Er lässt Äste im Inneren der Kronen absterben. Insbesondere auf den Linden wiederum gedeihen Misteln. Nehmen die immergrünen Parasiten zu sehr zu, kann ihr Gewicht die Äste brechen lassen.

 

Um solche Probleme zu beheben, nutzt Schön einen Hubsteiger. Sein Kollege Volker Bley transportiert den Wagen mit dem Unimog an die richtige Stelle. Der Gärtner steuert dann seine Gondel dorthin, wo er sie haben will. „Meistens arbeite ich in zehn bis 20 Meter Höhe“, sagt er. Bis zu 30 Meter sind möglich. „Pappeln werden zum Teil so hoch“, berichtet er. Oben über den Dächern pfeift der Wind stärker als unten zwischen den Häusern. Von Windstärke 6 an, wenn größere Äste zu knarren beginnen, steigt Schön nicht mehr in seine Gondel.

 

In luftiger Höhe greift der Universitätsmitarbeiter zu seiner vier Meter langen Stangensäge. Manchmal spannt er auch ein Cobra-Seil um Äste, die aus ihrer Astgabel auszureißen drohen. Der Kunststoff ist elastisch und folgt den Astbewegungen. „So etwas machen wir allerdings nur selten, da die Seile teuer sind und sie von da an dauerhaft den gefährdeten Ast stützen müssen“, erläutert der Gärtner.

 

Ein, zwei Mal im Jahr, muss ein Baum aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden. „Vorher erstellt jeweils ein unanbhängiger Sachverständiger ein Gutachten, das der Unteren Naturschutzbehörde vorzulegen ist“, berichtet Schön. Häufiger fallen Bäume Baumaßnahmen zum Opfer. Sie sind durch Neuanpflanzungen zu ersetzen.

 

„Auf dem 90 Hektar großen Unigelände stehen verschiedene Exoten“, weiß Schöns Vorgesetzter, Peter Mattner. Vor der alten Pathologie, dem heutigen Sprachlehrzentrum, ist etwa ein Blauglockenbaum zu sehen. Vor dem Philosophischen Seminar wächst eine Kaukasische Flügelnuss, die einen Stammumfang von gut sechs Metern hat. Einen seltenen Schnurbaum gibt es im Innenhof des Waldwegs 26.

 

Die 22 Mitarbeiter des Infrastrukturellen Gebäudemanagements mähen auch Rasen, sammeln Müll ein und machen den Winterdienst. „Wir arbeiten genauso wirtschaftlich wie Privatfirmen“, betont Fachbereichsleiter Klaus Ahlborn. Vor 25 Jahren beschäftigte die Abteilung 44 Kollegen. Sie schaffen die Arbeit, weil das Außengelände mittlerweile weniger kleinteilig strukturiert ist und mehr Maschinen zum Einsatz kommen.

 

Von Michael Caspar

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