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Mehr als 19 000 Besucher auf der zweiten Nacht des Wissens in Göttingen

Ohne Elfenbeinturm Mehr als 19 000 Besucher auf der zweiten Nacht des Wissens in Göttingen

Wissenschaft für alle: Die zweite Nacht des Wissens bot Gelegenheit, hinter ansonsten verschlossene Türen zu blicken oder bei 250 Veranstaltungen mit Forschern ins Gespräch zu kommen.

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Nacht des Wissens in Göttingen - DNA der Ananas

Göttingen. In sieben Stunden erfahren, was der Campus Göttingen mit Universität und Forschungsinstituten zu bieten hat, ist unmöglich. Aber sieben Stunden reichen, um Einblick zu bekommen in Wissenschaft und Lehre in Göttingen, und das haben am Sonnabend mehr als 19000 Menschen wahrgenommen:

Die zweite Nacht des Wissens hat mit mehr als 250 Veranstaltungen an über 20 Standorten mit beeindruckenden Experimenten, Fachvorträgen und lehrreichen Mitmachaktionen die Gäste begeistert. Besucherandrang herrschte an allen Orten, insbesondere auf dem Nordcampus, wo erstmals der Neubau des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung zugänglich war.

Dort präsentierten auch drei weitere Max-Planck-Institute ihre Forschung. Und in den Fakultäten für Physik und Chemie der Universität waren wieder die Experimentalvorlesungen Publikumsmagneten.

Das Zentrale Hörsaalgebäude war ein weiterer Ort mit großem Andrang: Mehr als 1000 Menschen verfolgten allein im größten Hörsaal 011 den Science Slam mit sechs jungen Nachwuchswissenschaftlern, darunter Bundessieger Kai Jäger aus Bonn. Im Foyer waren Mitmachaktionen sehr gefragt. Dort konnte die elfjährige Flora Großmann zeigen, das sie eine muskelgesteuerte Handprothese schnell beherrscht.

Universität darf nicht nur Elfenbeinturm sein

Das Hilfsmittel für Handamputierte steuerte die Göttinger Schülerin unter Anleitung von Dr. Meike Schweisfurth vom UMG-Arbeitsgebiet Neurorehabilitationstechnik spielerisch und geschickt. „Es ist aber komisch, mit dem linken Arm die rechte Hand zu steuern“, stellte Flora fest.

Das Bühnenprogramm bot kulturelle Darbietungen und Diskussionen. Um die Bedeutung von Wissenschaft für den Standort Göttingen ging es in der von Tageblatt-Redakteur Jürgen Gückel moderierten Diskussion „Wissenschaft trifft Stadt und Region“. Dabei stellte Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel klar, „die Universität darf nicht nur Elfenbeinturm sein.“

Eine gute Symbiose zwischen Hochschule und Region sei nötig. Ausreichend Wohnraum für die Studierenden und ein vielfältiges Angebot von Kultur, Sport, Einkaufsmöglichkeiten sei etwas, was die Stadt Göttingen den 7000 Mitarbeitern und 29000 Studierenden der Universität bieten solle.

Die zweite Nacht des Wissens war via Twitter gut vernetzt mit 335 Gästen, die die NdW dort kommentierten und auch Fotos von ihrer persönlichen Nacht des Wissens zeigten. Über „die ausgesprochen gute Resonanz von Besuchern und Einrichtungen“, freute sich Universitätsmitarbeiterin Anna Groh, die die Twitterwall initiiert hatte.

Hörsäle überbelegt

Noch nach 22 Uhr waren die Hörsäle überbelegt wie bei der Vorlesung von Jürgen Udolph zu „Ortsnamen - Quellen der Geschichte“ im Zentralen Hörsaalgebäude, aber auch in der Privaten Hochschule (PFH), wo es um den Standort Deutschland ging, oder im Klinikum, war von Müdigkeit der Gäste nichts zu spüren.

Das Interesse war riesig. „Die Nacht des Wissens ist ein Event. Davon braucht die Stadt mehr, um für Studierende attraktiv zu sein“, meinte im Klinikum Oberarzt Stephan Kazmeier, der kurz vor Mitternacht mit Kollegen in der „Bar des Wissens“ bei einem Cocktail namens „Kontrastmittel“ pausierte.

Bis 22 Uhr hatten sie das Lehr- und Simulationszentrum vorgestellt. Andernorts im Klinikum, auf dem Nordcampus, in der Innenstadt war gegen Mitternacht der Besucherandrang abgeebbt, die Wissbegierde der Gäste aber ungebrochen.

Impressionen aus der zweiten Nacht des Wissens in Göttingen.

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