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Nacht des Wissens in Göttingen - DNA der Ananas

Sammlungen im Haus des Wissens Nacht des Wissens in Göttingen - DNA der Ananas

Wir schreiben das Jahr 2017. Am Groner Tor steht ein Tagungshotel, in dem sich Wissenschaftler aus aller Welt treffen. In der alten Zoologie nebenan hat das Haus des Wissens geöffnet, das jetzt „Knoff-hoff-Haus“ heißt. Dort steht, eingelegt in Alkohol, eine 117 Jahre alte Ananas-Frucht.

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Ananas in Alkohol: Ulrich Holefleisch schlägt Angela Brünjes die Frucht als Exponat vor. Präsentiert wird diese von Karin Gille-Linne, Referentin für Sammlungsmanagement in der Zentralen Kustodie.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Deren von allen Pflanzenschutzmitteln unbeeinflusste DNA soll mithelfen herauszufinden, was die Pestizide des 20. Jahrhunderts mit den Genen unserer Nahrungsmittel-Pflanzen angerichtet haben.

So weit die Vision, die Wissenschaftler und Politiker während der Nacht des Wissens in einer Podiumsdiskussion auf die Bühne brachten. Sie hatten Stücke aus akademischen Sammlungen der Georg-August-Universität mitgebracht und zeigten damit, wie sie sich das künftige Haus des Wissens vorstellen.

Die Ananas-Idee stammt vom Grünen Bürgermeister Ulrich Holefleisch. Mit Moderatorin und Tageblatt-Wissenschafts-Redakteurin Angela Brünjes diskutierte er, wie das Museum zur lebendigen Forschungs- und Tagungsstätte wird.
So sieht es auch Wilhelm Krull, der Vorsitzende des Stiftungsrates der Uni. Das Exponat, das er vorzeigt, diente über Jahre als Türstopper.

Der schwere Metallklotz ist ein Prägestempel, der das Konterfei des Barons Georg Thomas von Asch zeigt. Der selbstverliebte Adelige war im 18. Jahrhundert einer der wichtigsten Förderer der Sammlungen seiner Universität, eckte aber mit Katharina der Großen an, als er in St. Petersburg eine eigene Münze mit seinem Porträt prägen ließ. Alle Exemplare mussten eingeschmolzen werden.

Zwei davon und der Prägestock waren aber schon in Göttingen. Sie und weitere Objekte der riesigen Münzsammlung der Uni werden nach Krulls Überzeugung im Haus des Wissens gezeigt werden.

Studierenden-Vertreterin Jana Schulz geht noch weiter. Sie will nicht nur Objekte ausstellen, sondern mit ihnen Geschichten erzählen. Etwa die der Studentenproteste, als 2009 die Aula besetzt wurde, die Gips-Büste von David Hilbert mit Farbe besprüht wurde und aus dem Fenster flog. Der beschädigte Gips-Kopf zeigt die Bedeutung des genialen Mathematikers, den Rang der Abdruck-Sammlung, aber auch den Umgang damit.

Weitere Ideen: Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel möchte an einem von Knochenhaut zersetzten  Oberarmknochen die Forschung zu Penicilline-Resistenzen dokumentieren. Joachim Block, Chef der DLR, verspricht interessante Objekte aus der Aerodynamik-Forschung, und Marie Luisa Allemeyer, Direktorin der zentralen Kustodie, will einen alten Schlüssel ausstellen: den Schlüssel, mit dem man sich im Wissenschaftsmuseum Göttingen ab 2017 das Wissen der Welt erschließen kann.

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