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Zweite Nacht des Wissens in Göttingen - Nordcampus

Rote Riesen und Weiße Zwerge Zweite Nacht des Wissens in Göttingen - Nordcampus

Ist das ein knurrender Hund? Den Klang der Sterne macht das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) den Besuchern der Nacht des Wissens hörbar. Über Kopfhörer können sie die akkustischen Schwingungen der Sterne verfolgen, darunter auch den knurrenden Roten Riesen.

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Die Kamera der Raumsonde „Dawn“ liefert multispektrale Aufnahmen von Asteroiden und Zwergplaneten.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Dieses Stadium erreichen Sterne gegen Ende ihrer Entwicklung. Von der Sonne ist ein Rauschen zu hören. Heller ist das Rauschen eines Weißen Zwergs. Astrophysiker können aus solchen Schwingungen auf den inneren Aufbau des Sterns schließen.

Fotos mit einer Weltraumkamera schießt Pablo Gutierrez-Marqués, der sich am Institut mit Planeten und Kometen befasst. Eine Minute dauert die Belichtung. Nur schemenhaft sind die Menschen zu erkennen, die nicht so lange stillhalten können.

Solche Kameras kommen auf Raumsonden zum Einsatz, wie der, die die Nasa zum Asteroiden Vesta schickte, berichtet der Wissenschaftler. Im April wird die Sonde Dawn den Zwergplaneten Ceres erreichen. Im Gegensatz zur steinigen Vesta erwarten die Wissenschaftler dort Eis.

Raumsonde Rosetta

Ein Mikrowellen-Instrument präsentiert Institutsmitarbeiter Paul Hartogh. Es befindet sich auf der Raumsonde Rosetta, die im Vorjahr den Kometen Churyumov-Gerasimenko erreicht hat. Das Instrument misst, mit welcher Geschwindigkeit, Richtung und Temperatur Wasserdampf aus dem Kometen ausgast. Wasser geht dort aufgrund des fehlenden Drucks sofort vom festen Eiszustand in den Gaszustand über.

Versteinerte Hautzähne eines Hais gibt es im Geowissenschaftlichen Zentrum unter dem Mikroskop zu sehen. Solche Zähne bedecken den ganzen Körper des Fischs, dessen Haut sich wie Sandpapier anfühlt. Die Zähne erhöhen die Festigkeit des Körpers. Das Tier schwamm einst durch Südniedersachsen.

Die fossilien Reste wurden in einem Steinbruch in Settmarshausen entdeckt. Auf einem anderen Objektträger finden sich Skelettelemente von Schwämmen. Diese sogenannten Schwammnadeln stammen aus Rügener Schreibkreide.

Borwin Bandelow spricht über Serienmörder

Großer Andrang herrscht im Universitätsklinikum, wo Borwin Bandelow über Serienmörder spricht. Der Professor für Psychiatrie und Psychotherapie hat sich intensiv mit solchen Tätern befasst. Sie leiden unter einer antisozialen Persönlichkeitsstörung. Solche Menschen haben kein Mitgefühl und fühlen sich an keine Regeln gebunden. Sie sind aggressiv und hinterlistig. Dabei verfügen sie durchaus über Charme und können Menschen für sich einnehmen.

In der Osthalle des Klinikums steht ein begehbares Gehirn. 1,4 Kilogramm wiegt das menschliche Gehirn, wobei die Großhirnrinde vier Fünftel des Gewichts ausmacht. Ein Video im Inneren des Ausstellungsobjektes zeigt, wie die eine Milliarde Hirnzellen miteinander kommunizieren. Auch Zysten, Tumore und Stents gibt es zu sehen.

Von Michael Caspar

Gefällt die zweite NdW?

„Ich möchte mitmachen, mich informieren, Vorträge hören“, sagt Jurastudentin Imke Gronau . Nach einem Tag mit Klausur und Lerngruppe will sie nun das Angebot der Nacht des Wissens im Zentralen Hörsaalgebäude nutzen und später vielleicht noch einen Ortswechsel zur Physik oder ins Klinikum machen.

Die Studentin hat festgestellt, „dass alle Altersgruppen unter den Besuchern vertreten sind“, was ihr gefällt und zeigt, so Gronau, dass die NdW etwas für alle ist. Auch wenn Gronau gerade findet, „es ist fast zuviel“.

Nach zwei Stunden, unter anderem im Farnhaus des Botanischen Gartens und in der Paulinerkirche, macht Jonas Hirte einen Zwischenstopp im ZHG. In der Paulinerkirche hat der junge Mann aus Hardegsen die Gutenberg-Bibel gesehen: „Die ist sehr schön.“

Beeindruckt hat ihn die Arbeit der Restauratoren, die in der Universitätsbibliothek alte Bücher wiederherstellen und dadurch erhalten. Zum Abschluss seines Besuches geht es weiter zum Klinikum – dort spielt die Göttinger Band „Flooot“.

Spontan hat Ingrid Washausen entschieden, zur Nacht des Wissens zu gehen. Im MPS hat sie an einem Test des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie teilgenommen und festgestellt, dass ihr persönlicher Chronotyp in der Norm liegt und sie keine Sorge haben muss, in einen sozialen Jetlag zu kommen.

Die NdW mit ihrem vielfältigen Angebot findet die Firmeninhaberin „ganz klasse“, weil es Gelegenheit bietet Institutsgebäude zu sehen, wie das neue MPS und Interessantes aus Forschung und Lehre zu erfahren. Und im Bus-Shuttle zum Zentralcampus hat die Nikolausbergerin zufällig erfahren, dass auch aus Braunschweig und Kassel Gäste zur NdW angereist sind – das gefällt ihr auch.

Von Angela Brünjes

Impressionen aus der zweiten Nacht des Wissens in Göttingen.

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