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Das Stockholm der Nobelpreisträger

Stationen einer Festwoche Das Stockholm der Nobelpreisträger

Ein Drittel Stadt, ein Drittel Grünanlagen, ein Drittel Wasser: So wird Stockholm oft beschrieben. Die touristischen Ziele in der Altstadt Gamla Stan und dem Einkaufs- und Wirtschaftszentrum Norrmalm aber sind von mächtiger historischer und moderner Architektur geprägt.

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Vor den Lichtern der adventlichen Stadtkulisse: Schlittschuhbahn im Kungsträdgården.

Quelle: Brünjes

Stockholm. Im der Vorweihnachtszeit hat der Besuch der schwedischen Hauptstadt einen besonderen Reiz. Nur wenige Stunden am Tag ist es hell. Aber die frühe Dunkelheit ab 16 Uhr wird heimelig ausgeleuchtet. Auf den Weihnachtsmärkten der Stadt, wie auf dem Stortorget von Gamla Stan oder im Kungsträdgården in Norrmalm sind Schweden und internationale Gäste unterwegs. In der Zeit vom 5. bis 13. Dezember hat Stockholm mit der Nobel-Woche noch etwas Besonderes zu bieten: Die Erinnerung an Alfred Nobel und die Auszeichnung der weltbesten Wissenschaftler und Schriftsteller.

Durch dichtes Gedränge wurde den Nobelpreisträgern am Sonnabend der Weg gebahnt: Als ihr erstes gemeinsames Treffen im Nobelmuseum endete, war der Platz vor dem Gebäude gut gefüllt.

Aber nicht nur wegen der ausgezeichneten Wissenschaftler, waren Menschenmassen dort. Hier ist auch einer der schönsten Weihnachtsmärkte Stockholms: Stortorget Julmarknad bietet typisches Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck aus Skandinavien, lockt mit Safrangebäck (Lussekatter) und Safranwein, mit deftigen Würsten, tellergroßem Knäckebrot und zuckrigsten Süßigkeiten.

Drumherum sind die Gassen von Gamla Stan mit Läden, die von Antiquitäten bis Zeichnungen alles bieten. Dazu hat die auf einer Insel gelegene Altstadt Stockholms auch noch das, was viele Touristen unbedingt sehen wollen – auch an kalten Wintertagen: Das Königliche Schloss.

Das Königliche Schloss

1754 im Stil des italienischen Barock erbaut, ist das Schloss das ganze Jahr über zu besichtigen. Wachparaden und Schatzkammer, der Reichssaal und die Rüstkammer sind ebenso zu sehen wie das Prachtgemach. Es ist ein Teil der Repräsentationsräume und wird für Galadinners genutzt. Am Tag nach der Verleihung der Nobelpreise empfängt Schwedens König Carl XVI Gustaf hier die neuen Preisträger.

Nur einen kurzen Fußweg entfernt liegt das Grand Hotel, wo die Nobelpreisträger alljährlich logieren. Der Göttinger Physiker Stefan Hell ist einer der ausgezeichneten Wissenschaftler in diesem Jahr. Mit seiner Familie ist er in Räumen im vierten Stock des Fünf-Sterne-Hotels, das vor 140 Jahren am Nörrström erbaut wurde, untergebracht: „Mit herrlichem Blick auf das Schloss“, beschreibt Hell die Lage seiner Räume in Stockholms erstem Haus am Platze.

Am Sonntag und Montag haben die Nobelpreisträger vor allem im Norden der Stadt Termine. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, in diesem Jahr 275 Jahre alt,  gibt in ihrem Räumen auf dem Campus Pressekonferenzen, aber auch im Karolinska Institut werden Medienvertreter informiert.

Stockholms Königliches Philharmornie Orchester spielt

Das passiert ebenso wie die Nobel-Lectures zu unterschiedlichen Terminen; in diesem Jahr am Sonntag und Montag. Ist die Arbeit getan, es heißt die Lectures seien die letzte Prüfung für die Laureaten vor der Verleihung am Mittwoch, wird es im Konzerthaus zum ersten Mal in der Nobel-Woche feierlich. In diesem Jahr spielt Stockholms Königliches Philharmornie Orchester unter der Leitung von Andris Nelsons. Die Sopranistin Kristine Opolais und Trompeter Håkan Hardenberg werden auftreten.

Seit einigen Jahren ist das Konzerthaus am Hötorget wieder blau. Früher sei es grau gewesen, erinnert sich ein Stockholmer Taxifahrer. Aber das Gebäude allmählich wieder zu graublau tendiere, sei er sich nicht sicher, ob das Konzerthaus seiner Kindheit vielleicht damals schon einmal sein Blau im Stadtstaub verloren habe. Ursprünglich jedenfalls war das „Konserthuset“ ein blaues Haus. Am Sonntag war vor der Tür Flohmarkt mit schönen alten Sachen vom Pelzmantel über Ledertaschen bis hin zu Gemälden.

Die Nobelpreisträger werden das nicht zu sehen bekommen, wenn sie im Konzerthaus sind. Dort werden sie am Mittwoch, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) aus den Händen von König Carl XVI Gustaf ihre Urkunde und die goldene Nobel-Medaille erhalten. Um 16.30 Uhr beginnt die Zeremonie, die die Stockholmer auch „die Gala aller Galas“ nennen.

Party von Studenten der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät

Drei Stunden später werden dann die Preisträger und viele Gäste der Verleihung im Rathaus Platz genommen haben. Dort wird im goldenen Saal und in der blauen Halle das Nobelpreisdinner serviert. Alljährlich orientiert es sich an den Menüzutaten des ersten von 1901. Wer wissen möchte, was damals serviert wurde, kann ein Menü mit der damaligen Gangfolge im Grand Hotel ordern.

Nach „biscuits and chocolate petit fours“ endet die Nacht noch lange nicht. In diesem Jahr richten die Studenten der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät die Party aus, die oftmals ausgelassen bis zum frühen Morgen gefeiert wird. In jedem Jahr sind die Studenten einer anderen Fakultät an Reihe und freuen sich über die große Ehre. Dementsprechend groß ist auch ihr Ansporn, ein unvergessliches Fest zu geben.

Himmelt gesanglich "Taylor the Latteboy" an: Linda Hovmark.

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