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Forschungsschulen für Molekularbiologen und Neurowissenschafter

Als Doppelpack erfolgreich Forschungsschulen für Molekularbiologen und Neurowissenschafter

Sie kommen aus 57 verschiedenen Ländern vor allem Osteuropas, Nord- und Südamerikas sowie Asiens. 150 junge Menschen studieren derzeit an den beiden Internationalen Max-Planck-Forschungsschulen Molekulare Biologie und Neurowissenschaften.

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Nobelpreisträger Hell zu Gast bei CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Festredner Hell (links) mit seinem MPI-Kollegen Reinhard Jahn.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das 15-jährige Bestehen dieser Master- und Promotionsstudiengänge feiert die Universität Göttingen mit ihren außeruniversitären Partnern an diesem Wochenende. Denn bei den beiden Promotionsprogrammen (Molecular Biology und Neurosciences) handelt es sich um Zwillingsprogramme, die sowohl akkreditierte Studiengänge der Georg-August-Universität darstellen, als auch seitens der Max-Planck-Gesellschaft als International Max Planck Research Schools gefördert werden.

„Die Teilnehmer beginnen ihr Studium in Göttingen in der Regel mit 23 Jahren“, berichtet Dr. Steffen Burkhardt, der wissenschaftliche Koordinator für die Molekulare Biologie. Der Wettbewerb um die jeweils 20 Plätze pro Studiengang ist hart: 1500 Bewerbungen gingen für 2015 ein. Im ersten Jahr lernen die Teilnehmer die verschiedenen Labore der Forschungseinrichtungen kennen.

„Dadurch habe ich einen guten Überblick über mein Fach bekommen“, meint Dr. Lope Andrés Flórez Weidinger. Das habe ihm geholfen, im Bereich Molekulare Biologie das Thema zu finden, dass ihn wirklich interessiere. 2006 kam er aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogota nach Göttingen. Mittlerweile arbeitet der Absolvent der Göttinger Promotionsausbildung als Bioinformatiker für eine Firma in Basel.

„Die Kontakte zu Wissenschaftlern unterschiedlicher Bereiche und die Internationalität, zwei Drittel der Studierenden kommen aus dem Ausland, sind sehr anregend“, meint Weidinger. Er vergleicht die Studiengänge mit einem menschlichen Gehirn. Die Neuronen arbeiteten um so besser, je mehr Verbindungen sie ausbildeten.

„Am Ende des ersten Jahres können die Studierenden entweder ihre Masterarbeit schreiben oder gleich mit der Promotion beginnen“, erläutert Burkhardt. Innerhalb von vier, fünf Jahren sollen die Teilnehmer ihre Doktorarbeit beendet haben. 400 Alumnis haben das bisher geschafft. „Wir stehen mit fast allen noch in Kontakt“, berichtet Burkhardt.

Der Zusammenhalt ist groß. „Die gemeinsame Zeit schweißt zusammen“, berichtet Weidinger. Viele hätten wie er, ihre Lebenspartnerin im Programm kennengelernt. Über soziale Netzwerke, Telefonate und gegenseite Besuche ständen sie nach der Promotion weiter in Kontakt. Und Burkhardt sagt: „Wir nutzen die Netzwerke, um Studierenden Kontakte zu wissenschaftlichen Einrichtungen oder Firmen zu vermitteln, wo Alumnis mittlerweile in leitenden Positionen arbeiten.“

Wie eng die Bindung ist, zeigt auch die hohe Teilnehmerquote an der 15-Jahr-Feier. 40 Prozent der Alumni reisten aus aller Welt an. Sie brachten ihre Ehepartner und Kinder mit. Wieviel sie sich zu erzählen haben, erkannte Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel am hohen Lärmpegel. „Nutzen Sie die Zeit für Partys“, ermunterte Mathias Pätzold die Gäste. Als Generalsekretär der Wissenschaftlichen Kommission des Landes Niedersachsen hat er die Entwicklung der beiden Studiengänge seit ihrer Gründung mitverfolgt. Kreativität wachse durch den Austausch untereinander, erklärte er.

Nobelpreisträger Stefan Hell, als Dozent an beiden Schulen tätig, forderte die Teilnehmer auf, eigene Ideen gründlich zu prüfen. Wer von ihrer Richtigkeit überzeugt sei, solle sie überzeugt vertreten und sich nicht durch Kritik und Rückschläge irritieren lassen. Damit bezog er sich auch auf seine eigene Erfindung der STED-Mikroskopie. Die nach Widerständen realisieren konnte und für die er 2014 den Nobelpreis erhielt.

Von Michael Caspar

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