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Nobelpreis für Stefan Hell

Physiker erhält Auszeichnung Nobelpreis für Stefan Hell

Am ersten Dienstag im Oktober werden in Stockholm die Preisträger des nächsten Nobelpreises für Physik verkündet. Stefan Hell ist Physiker am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie und durchaus preiswürdig.

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Einer der ersten Gratulanten: Stefan Tangermann (links), Präsident der Akademie der Wissenschaften, und Preisträger Hell in dessen Büro.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Aber am Dienstag wurde der Erfinder der STED-Mikroskopie (Stimulated Emission Depletion), der damit die von Ernst Abbe 1873 formulierte Auflösungsgrenze von Licht überwunden hat, nicht gewürdigt. Am Mittwoch ging er zur Tagesordnung über und las gerade eine wissenschaftliche Veröffentlichung, als das Telefon um 11.15 Uhr klingelte.

Hell hob ab, hörte und erkannte die Stimme von Staffan Normark, dem Ständigen Sekretär der schwedischen Wissenschaftsakademie. Der teilte dem Professor mit, den Nobelpreis für Chemie 2014 zu bekommen: „Es könnte ein Scherz sein“, habe er gedacht, erzählt Hell (51) zweieinhalb Stunden nach dem Anruf des Sekretärs in der Pressekonferenz am Institut.

Der Physiker erzählt von seinem Werdegang, davon, wie er seine 1994 bei einem Forschungsaufenthalt in Finnland entwickelte Idee gegen Widerstände realisierte.

Am Göttinger Max-Planck-Institut konnte er die STED-Mikroskopie seit 1996 zur heutigen Anwendungsreife bringen. Damit ist der Blick in lebende Zellen möglich, ohne sie zu schädigen. „Wir müssen verstehen, was in der Zelle abläuft, um Krankheiten zu verstehen“, erklärt Hell.

Einzelmolekül-Mikroskopie

Und dabei wird auf Moleküle geblickt: „Moleküle sind ein top chemisches Thema. Das erklärt, warum es ein Nobelpreis für Chemie geworden ist.“

Mit Hell erhalten den mit 880     000 Euro dotierten Nobelpreis für Chemie 2014 die US-amerikanischen Forscher William E. Moerner und Eric Betzig.

Für seine Arbeit an der Einzelmolekül-Mikroskopie, eine Form der Fluoreszenzmikroskopie, erhält der Chemiker Betzig (54) vom Howard Hughes Medical Institute in Ashburn (US-Staat Virginia) den Preis. Moerner (61) von der Stanford-Universität in Kalifornien wird für seine Forschung über fluoreszierende Moleküle in Festkörpern ausgezeichnet.

Ihm und seinen Kollegen Betzig und Moerner gehe es darum, „die Leistungsfähigkeit der Mikroskope nun zu verbessern“. Um deren Arbeitsweise zu erklären, machte Hell während  der Pressekonferenz im Max-Planck-Institut die Mikrofone vor ihm kurzerhand zu Molekül-Modellen.

Auflösungsgrenze von Licht

Dann erläuterte er die Methode, die zur Überwindung der von Ernst Abbe einst entdeckten Auflösungsgrenze von Licht führte und deutliche Aufnahmen aus dem Nanokosmos lebender Zellen bringt: In der Kurzfassung geht es darum mit fluoreszierenden Farbstoffen die Moleküle in einer Zelle zu markieren, diese mit einem Strahl aus dem STED-Mikroskop anzuregen und mit einem zweiten Lichtstrahl, dem STED-Strahl, zu verdunkeln.

Im Zentrum leuchten die Moleküle weiter und können abgebildet werden, inzwischen wurden so Nervenzellen in Echtzeit gefilmt.

Bis zur Preisverleihung am 10. Dezember in Stockholm wird Hell noch oft seine Erfindung erklären. Ihm ist es „wichtig, dass die Öffentlichkeit versteht, was wir tun“.

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr auch an den Göttinger Forscher Stefan Hell (51), der dort im Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie arbeitet.

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Der Nobelpreisträger für Chemie, Prof. Dr. Stefan W. Hell, sprach in der Pressekonferenz am Mittwoch, 8. Oktober, im Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen.

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