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Weiterer Plagiatsfall an der Universität Göttingen?

Prüfung an der Fakultät für Physik Weiterer Plagiatsfall an der Universität Göttingen?

An der Universität Göttingen wird ein weiterer Plagiatsfall an der Fakultät für Physik geprüft. Das bestätigte die Universität Göttingen am Donnerstag auf Tageblatt-Anfrage. Mitte Juli hatte die Sozialwissenschaftliche Fakultät einem ehemaligen Mitarbeiter den Doktorgrad aberkannt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Ob es neben den beiden in dieser Woche über das Tageblatt bekannt gewordenen Fällen, weitere gibt, soll eine Abfrage bei den 13 Fakultäten der Georgia Augusta ergeben. Thomas Richter, Pressesprecher der Universität, erklärte, dass die An- und Aberkennung von Promotionen erstmal Sache der Fakultäten sei.

 

So hat auch die Sozialwissenschaftliche Fakultät die Plagiatsvorwürfe gegen Christian M. Im Fakultätsrat behandelt und dann das Ombudsgremium der Universität informiert. Die Aberkennung erfolgte am 15. Juli. Bereits im Frühjahr hat M. Sein Arbeitsverhältnis mit der Universität von sich aus gekündigt. Ob es zu dem Zeitpunkt bereits Verdachtsmomente gegen den Politikwissenschaftler gab und ob er mit diesen konfrontiert wurde, ist der Universitätsleitung, so Richter, nicht bekannt. Nach seinen Informationen sei der Fall an der Fakultät Ende Juni aufgedeckt worden.

 

Für das Sommersemester 2015 war der Wissenschaftliche Mitarbeiter, der im Jahr 2012 seine Promotion mit Auszeichnung ablegte, noch für Vorlesungen und Seminare als Dozent vorgesehen. Das haben Studenten mitgeteilt.

 

Seit dem Wintersemester 2011/12 war M. für das Institut für Politikwissenschaft am Lehrstuhl von Prof. Walter Reese-Schäfer, der auch Erstgutachter der Promotion war, an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät tätig. Hier haben Seminare in der Regel etwa 35 Teilnehmer, Vorlesungen werden von bis 400 Studenten besucht.

 

Als dem 1980 geborenen Mann der Doktorgrad durch die Fakultät am 15. Juli aberkannt wurde, hat es dazu keine Gutachten gegeben. Die Beweislage, dass es sich bei der Promotion um ein Plagiat handelte, war nach Angaben der Hochschule eindeutig. Stellungnahmen der Gutachter der Dissertation sind aber angefordert. Sie sind für die weitere Prüfung des Falles, bei dem mit gefälschten Hochschulzeugnissen betrogen wurde, die Doktorarbeit und weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen nicht von dem Verfasser stammten, erforderlich. Die Universität Göttingen hat Anzeige erstattet: Betrug und Urkundenfälschung lauten die Vorwürfe gegen M.

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