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Sammlungen der Universität Die älteste universitäre Abguss-Sammlung
Campus Themen Sammlungen der Universität Die älteste universitäre Abguss-Sammlung
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16:35 25.01.2013
Im Parthenonsaal der Sammlung der Gipsabgüsse: Klassische Skulpturen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Quelle: Eckardt
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In Zusammenarbeit mit den Kustoden der Universitätssammlungen stellt das Tageblatt die Gärten und Sammlungen in einer Serie vor.

Antike Skulpturen haben seit der Renaissance das Interesse von Künstlern, Sammlern und Gelehrten geweckt, doch im 18. Jahrhundert begann sich diese Beschäftigung allmählich in eine Wissenschaft im modernen Sinne des Wortes zu verwandeln.

Entscheidenden Anteil daran hatte Christian Gottlob Heyne (1729–1812), zu seiner Zeit der einflussreichste Göttinger Professor.

Gründer der Sammlung: Christian Gottlob Heyne (1729-1812).

1763 an die Georgia Augusta berufen, lehrte er hier fast 50 Jahre lang Griechisch und Latein. Er war der erste, der 1767 – angeregt durch die Schriften Johann Joachim Winckelmanns – eine systematische Vorlesung über die Kunst der Antike an einer Universität hielt.

Die Vorlesung war so erfolgreich, dass er sie fast 40 Jahre lang wiederholte.

Ebenfalls 1767 begann Heyne mit dem Ankauf von Gipsabgüssen antiker Statuen, um seinen Hörern eine plastische Anschauung von den Kunstwerken zu verschaffen, die er in seiner Vorlesung behandelte.

Damit schuf er die erste universitäre Abguss-Sammlung, ein Vorbild für ähnliche Sammlungen, die im 19. Jahrhundert an zahlreichen Universitäten im In- und Ausland gegründet wurden.

Im Unterschied zu vielen dieser Sammlungen hat die Göttinger alle Kriegswirren und alle Wandlungen des Zeitgeschmacks nahezu unbeschadet überstanden.

Mit über 2000 Exponaten zählt sie heute zu den größten Einrichtungen ihrer Art weltweit. Für die Ausbildung angehender Archäologen im „vergleichenden Sehen“, aber auch für Forschungszwecke bildet sie ein hervorragendes Arbeitsinstrument.

Von Daniel Graepler

Die Sammlung der Gipsabgüsse der Universität Göttingen befindet sich am Nikolausberger Weg 15. Interessierte können die Exponate jeden Sonntag von 10 bis 16 Uhr besichtigen. viamus.de

Vergleichendes Sehen: Abgüsse von fünf römischen Kopien des Platon-Portraits.
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