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Sammlungen der Universität Geo-Archive von allen Kontinenten und anderen Planeten
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21:01 15.05.2013
Mineralien aus aller Welt: Blick in die Dauerausstellung des ehemaligen Mineralogischen Museums. Quelle: Hundertmark
Göttingen

Dabei sind Geo-Materialien aus unserem Alltag gar nicht mehr wegzudenken. Was vor einigen tausend Jahren mit nur wenigen Materialien wie Lehm, Ton, Sand oder einigen Erzen begann, hat sich heute bis zu zahlreichen Industriezweigen hin entwickelt, in denen solche Steine Verwendung finden. Von Autokarosserien über Waschbecken und Spiegel bis hin zu Handy und Tablet-PC – oft lässt sich nur erahnen, was für Rohstoffe enthalten sind oder als Vorlage für Synthetisierungen dienten.

Die Ursprünge der Göttinger Geowissenschaftlichen Sammlungen lassen sich bis in die Zeit vor der Universitätsgründung zurückverfolgen. Ein frühes Naturalienkabinett legte bereits Samuel Christian Hollmann (1696-1787) an, der 1734 als erster auswärtig berufener Professor nach Göttingen kam. Es folgten zahlreiche weitere Sammlungen, unter anderem von Christian Wilhelm Büttner (1716-1801), Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), Christoph Andreas Schlüter (1673-1744) und Georg Andreas Stelzner (1725-1802).

Aber auch innerhalb bekannter Schenkungen und Ankäufe jener Zeit, wie denen von Baron Georg Thomas von Asch (1729-1807), der Cookschen „Sammlung von südländischen Merkwürdigkeiten“ (1769-1780) oder Mitbringseln der Reisen Alexander von Humboldts (1769-1859), befanden sich zahlreiche geowissenschaftliche Objekte, die bis heute in den Sammlungen erhalten geblieben sind.

„Königlichen Academischen Museums“

Das erste Inventar des 1773 gegründeten „Königlichen Academischen Museums“ verzeichnet 1778 schon mehr als 10    000 Geo-Objekte, was somit fast 80 Prozent der damaligen Gesamtbestände ausmachte. Diese wurden vor allem von Johann Friedrich Blumenbach, zunächst als Unter- und später Oberaufseher des Akademischen Museums, in seiner mehr als 60jährigen Tätigkeit an der Georgia Augusta stetig vermehrt und erweitert.

Für den weiteren Ausbau sorgten auch die Inhaber geowissenschaftlicher Professuren (seit 1798), unter ihnen so bekannte Persönlichkeiten wie Johann Friedrich Ludwig Hausmann (1782-1859), Wolfgang Sartorius von Waltershausen (1809-1876), Adolf von Koenen (1837-1915), Hans Stille (1876-1966), Viktor Moritz Goldschmidt (1888-1947), Hermann Schmidt (1892-1978) und in den letzten Jahrzehnten vor allem Sigmund Koritnig (1912-1994), Otto Heinrich Walliser (1928-2010), Hans-Jürgen Behr (1932-2003) sowie Dieter Meischner (1934-2012) nebst zahlreichen Mitarbeitern und Studierenden.

Größte geowissenschaftliche Universitätssammlung Deutschlands

Heute beherbergt das Geowissenschaftliche Museum mit seinen Mineralogischen, Geologischen und Paläontologischen Sammlungen die umfangreichste geowissenschaftliche Universitätssammlung Deutschlands. Mehr als vier Millionen Objekte und Serien in über 20 Teilsammlungen füllen hunderte Schränke, kilometerlange Regalböden und zahlreiche Flure, Gänge und Keller.

Als unersetzliche Unikate enthalten die Referenzsammlungen dabei zahlreiches Originalmaterial, sogenannte Typen, zu fossilen Tieren und Pflanzen, wie auch zu Mineralien und Meteoriten. Jährlich erreichen das Geowissenschaftliche Museum zwischen 100 und 200 Anfragen zu diesem wissenschaftlich bedeutsamen Material, viele Naturwissenschaftler aus dem In- und Ausland besuchen Göttingen persönlich, um diese Stücke im Original zu studieren.

Nur kleiner Teil der Sammlung ausgestellt

Nur ein kleinster Teil der Sammlungen ist – trotz der großen Ausstellungsfläche von über 1000 Quadratmetern – ausgestellt, darunter beispielsweise Göttinger Dinosaurier, Harz-Mineralien sowie Mars- und Mond-Meteoriten, um nur einige wenige Highlights zu nennen. Hinzu kommen jährlich wechselnde Sonderausstellungen zu unterschiedlichsten geowissenschaftlichen Themenbereichen.

Jahrzehntelang wurden die hiesigen Sammlungen von mindestens drei hauptamtlichen Mitarbeitern oder Kustoden betreut, im Zuge von Sparmaßnahmen wurde dies auf eine Stelle reduziert. Es bleibt zu hoffen, dass die Personalsituation wieder verbessert werden kann, um eine adäquate und umfassende Betreuung dieses umfangreichen naturwissenschaftlichen und kulturellen Erbes, auch für kommende Generationen, gewährleisten zu können.

Das Geowissenschaftliche Museum, Goldschmidtstraße 1-5, ist werktags von 9 bis 17 Uhr sowie sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Aktionssonntage an jedem ersten Sonntag im Monat bieten Führungen sowie Veranstaltungen zu Geo-Themen für Jung und Alt. Die Sonderausstellung »Zwo7fünF: Expeditionen, Köpfe und Staubfänger – Göttinger Mineralogie, Geologie und Paläontologie aus vier Jahrhunderten« ist bis Mittwoch, 30. Oktober, geöffnet.  Führungen und Kindergeburtstage sind nach Anmeldung möglich (geomuseum.uni-goettingen.de).

Von Mike Reich

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