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Sammlungen der Universität Rechnermuseum der GWDG
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19:37 01.02.2013
Blick in die Eingangshalle der GWDG: Hier kann man neben historischen Schätzen der Datenverarbeitung Platz nehmen. Quelle: Nolte

Zum Ausstellen boten sich Teile von außer Betrieb genommenen Rechenanlagen an. Im Laufe der Jahre kamen weitere Baugruppen aus Rechenanlagen hinzu, sowohl von Instituten der Universität Göttingen als auch von anderen Rechenzentren in Deutschland. Rechenhilfsmittel, Tisch- und Taschenrechner aus dem gesamten 20. Jahrhundert sowie Peripheriegeräte und ganze Rechner bereicherten nach und nach die Ausstellung.

Die Exponate wurden so geordnet, dass ein Rundgang einen nahezu vollständigen Überblick über die Rechnerentwicklung seit den Anfängen ermöglicht.

Von 1958: Elektronenröhre.

In der heutigen Zeit sind bei fast allen Vorgängen des täglichen Lebens Computer im Spiel, meist verborgen und von uns unbemerkt. Auch kennen die meisten den iPod, das iPhone und das iPad. Da ist es verblüffend, dass die Firma Apple im Jahr 1975 von zwei jungen Leuten gegründet wurde, deren Anfangskapital dadurch zustande kam, dass sie ihren VW Bully und einen Taschenrechner zu Geld machten.

Im Rechnermuseum der GWDG können Besucher beispielhafte Rechner der Firma Apple kennenlernen – die wichtigsten waren Innovationen, die auch wegen ihres herausragenden Designs Kultstatus erlangten.

Das Wesentliche an der Ausstellung in der GWDG ist die Sammlung von Bauelementen aus Rechnern, Peripheriegeräten und einigen kompletten Rechnern, an denen die Entwicklungsgeschichte des Computers gezeigt wird. Die Besucher des Rechenzentrums können erfahren, wie es im Inneren von Rechenanlagen aussieht und wie sie funktionieren.

Eindrucksvoll ist zum Beispiel zu beobachten, wie der Platzbedarf bei der Speicherung und Verarbeitung von einem Bit zusehends kleiner wurde: vom Volumen einer menschlichen Hand bei einer Flip-Flop-Baugruppe aus den 1950er-Jahren bis zu einer Million Bits auf der Größe eines kleinen Fingernagels beim 1-Megabit-Speicherchip von IBM 1985.

Bei einer Führung lernen die Besucher auch die zu den Exponaten gehörenden Geschichten kennen. Eine ist mit der Röhren-Baugruppe aus der Rechenanlage Z22 der Firma Zuse KG verbunden: Bei der Entwicklung dieses Elektronenrechners Ende der 1950er-Jahre erhielt der Erfinder des Computers Konrad Zuse viel Unterstützung aus Göttingen: vor allem durch den Physiker Heinz Billing.

Dieser entwickelte und baute Ende der 1940er-Jahre bis 1960 am Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik die Göttinger Rechenanlagen – die ersten Elektronenrechner auf dem europäischen Kontinent. Damit wurde ein bedeutender Grundstein für die sehr lange Göttinger Tradition des Computereinsatzes in der Wissenschaft gelegt.

Seit 1970 ist die GWDG Hochschulrechenzentrum für die Universität Göttingen und Rechen- und IT-Kompetenzzentrum für die Max-Planck-Gesellschaft (MPG).

Von Manfred Eyßel

Das Rechnermuseum der GWDG ist während der Öffnungszeiten des Rechenzentrums zugänglich. Dieses ist werktags von 7 bis 21 Uhr und an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen können mit Thomas Otto unter der Telefonnummer 05 51 / 2 01 18 28 vereinbart werden.

 

Arbeitsplatzrechner von 1979: Der „Apple II europlus“.
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