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Altenhilfe in der Landwirtschaft

Forschungsprojekt Altenhilfe in der Landwirtschaft

Forscher wollen ausloten, welche Angebote landwirtschaftliche Betriebe für die Betreuung alleinstehender oder demenzkranker Senioren machen können. Das Projekt "Lebensabend im Dorf. Seniorenangebote auf landwirtschaftlichen Betrieben", wird bis 2018 vom Bundesforschungsministerium gefördert.

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Dörfliche Strukturen sind für alte Menschen oftmals überschaubarer.

Quelle: Moers

Holzminden/ Höxter. Das Zukunftszentrum Holzminden-Höxter als gemeinsame Einrichtung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) und der Hochschule Ostwestfalen-Lippe koordiniert das Projekt. Die Ortsbindung alter Menschen sei insbesondere in kleinen Dörfern meist sehr ausgeprägt, erklärten die beteiligten Wissenschaftler. Durch die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen und die Abwanderung junger Menschen fehlten jedoch häufig Unterstützungsmöglichkeiten. Bei Hilfe- oder gar Pflegebedürftigkeit der Senioren könne dies zu Versorgungslücken führen.

Beispiele aus anderen Ländern wie Norwegen und den Niederlanden zeigten, dass landwirtschaftlichen Betrieben oft über räumliche und zeitliche Kapazitäten verfügten, um diese Lücken im Angebot sozialer Dienstleistungen zu schließen. Positive Auswirkungen der landwirtschaftlichen Umgebung gerade auf Demenzkranke seien dabei bereits nachgewiesen. In Deutschland könnten jedoch formale Hindernisse eine pragmatische Lösung erschweren, da Altenhilfe und Landwirtschaft "vollkommen getrennt strukturiert sind." Die Projektmitarbeiter wollen nach Angaben des Zukunftszentrums deshalb zunächst analysieren, ob die Trennung von Zuständigkeiten, formalen Vorgaben und der Gesetzgebung diese Kombination tatsächlich erschwert.

In einem zweiten Schritt sollen mehrere Modelle in der Verbindung von Landwirtschaft und Seniorenangeboten entwickelt werden. Diese reichten von rein tagesstrukturierenden Angeboten bis hin zu Pflegemaßnahmen, hieß es. Dabei würden auch die Einkommensmöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe untersucht. Aus den Modellen wollen die beteiligten Forscher aus der Agrar- und der Pflegewissenschaft schließlich Handlungsempfehlungen für die Politik entwickeln. epd

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