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Astronautin gesucht

Test für den Flug ins All Astronautin gesucht

Unter den mehr als 550 Astronauten, die ins Weltall geflogen sind, waren nur knapp 60 Frauen. Nun sucht das Unternehmen HE Space die erste deutsche Astronautin, die für zehn Tage auf der Internationalen Raumstation ISS leben soll. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersucht die Bewerberinnen.

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Untersuchung im flugmedizinischen Zentrum des DLR.           

Quelle: R

Köln. Bis zu 90 der mehr als 400 Bewerberinnen werden voraussichtlich im Herbst 2016 die ersten psychologischen Untersuchungen durchlaufen, in denen einen Tag lang unter anderem Fähigkeiten wie Konzentration, Merkfähigkeit und räumliche Vorstellungskraft getestet werden. In einer zweiten Stufe werden die 30 besten Bewerberinnen dann im Interview, aber auch beispielsweise in Team-Aufgaben auf ihre Persönlichkeit, ihre Belastbarkeit und ihre Motivation hin untersucht. „Wer als Astronautin auf eine Mission geht, muss hohe kognitive Leistungsfähigkeit mitbringen und sich schnell an neue, unerwartete Situationen anpassen können“, betont Dr. Yvonne Pecena vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin.

In der medizinischen Untersuchung am DLR werden bis zu zehn Bewerberinnen auf Herz und Nieren geprüft. „Wir untersuchen den gesamten Körper, um bestmöglich auszuschließen, dass eine Bewerberin beim Training oder während des Aufenthalts auf der ISS Schaden nimmt, aber auch um zu vermeiden, dass die Mission durch eine Erkrankung in Frage gestellt und abgebrochen wird“, erläutert Dr. Claudia Stern, ärztliche Direktorin am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin. Ausschlusskriterien wären zum Beispiel ein erhöhter Augeninnendruck, ein schlechtes Immunsystem oder eine geringe Knochendichte – bei allem hätte ein Aufenthalt in der Schwerelosigkeit einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Astronautin.

„Die Ansprüche an eine kommerzielle Astronautin mit einem einmaligen Aufenthalt von zehn Tagen im All sind nicht so hoch wie an die langjährigen Berufsastronauten, die für möglichst mehrere Langzeit-Missionen tauglich sein müssen – aber jeder, der in der ISS lebt und arbeitet, muss natürlich den Kriterien der internationalen Raumfahrtagenturen entsprechen.“ Die vom DLR empfohlenen Bewerberinnen werden im Anschluss an die Untersuchungen voraussichtlich im Frühjahr 2017 einem „Space Medicine Board“ aus externen Gutachtern aus der Raumfahrtmedizin vorgestellt, das über die Tauglichkeit auf Grundlage der Testergebnisse entscheidet.

Vorläuferinnen, die es im All zur Berühmtheit gebracht haben, gibt es bereits: Die Russin Valentina Tereschkova flog am 16. Juni 1963 als erste Frau ins All und landete am 19. Juni – zwei Tage, 22 Stunden und 50 Minuten später – wieder auf der Erde.       pek/r

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