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Forscher entwickeln Glückstraining für Lehrer

Kurse für Pädagogen Forscher entwickeln Glückstraining für Lehrer

Der angestaubte Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmied“ ist heute wissenschaftlich belegt. Lehrer bekommen Hilfe von einem Forscher aus Braunschweig: Er hat ein spezielles Glückstraining für sie entwickelt.

Psychologe Tobias Rahm von der Technischen Universität Braunschweig: Der Forscher hat ein spezielles Glückstraining für Lehrer entwickelt.

Quelle: dpa

Braunschweig. Ein spezielles Glückstraining für Lehrer soll in dem herausfordernden Beruf Burn-out vorbeugen und die Pädagogen kreativer machen. „Glückliche Menschen sind auch gesündere Menschen, und sie sind bessere Problemlöser“, sagte der Psychologe Tobias Rahm, der an der Technischen Universität Braunschweig das Training zur Steigerung des subjektiven Wohlbefindens entwickelt hat.

In Kursen lernen die Teilnehmer, ihre „Glücksanfälligkeit“ zu erhöhen, indem sie mehr darauf achten, Schönes wahrzunehmen, dankbar für Positives sind sowie sich häufiger gute Taten vornehmen. Das Forschungsprojekt ist noch nicht abgeschlossen. Erste Ergebnisse bei Studierenden seien aber vielversprechend, sagte Rahm. Auf seiner Homepage an der TU Braunschweig schreibt er dazu: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnehmenden sich auch drei Monate nach dem Training für glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben hielten als vorher.“

Der angestaubte Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmied“ ist heute wissenschaftlich belegt. Internationalen Studien zufolge liegt die Veranlagung zum Glücklichsein zu etwa 50 Prozent in den Genen. Nur 10 Prozent machen die Lebensumstände aus. „Ein neuer Job, ein neues Auto oder ein neuer Fernseher tragen nicht viel zum langfristigen Glück bei“, sagt Rahm. Dagegen liege der persönliche Gestaltungsspielraum bei 40 Prozent. „Jeder Mensch kann seine ’Glücksanfälligkeit’ erhöhen – zum Beispiel in dem er mehr darauf achtet, Schönes auch wahrzunehmen und zu genießen, dankbar für Positives ist oder sich öfter gute Taten vornimmt“, meint Diplom-Psychologe Rahm.

Pilotprojekt an einem Gymnasium

Das für Lehrer gedachte Training wurde bisher in vierwöchigen Kursen mit über 150 Studenten erprobt. Zum Auftakt verteilt Rahm gern ein Heft mit einer Übung: 14 Tage lang soll jeder am Abend drei gute Dinge des Tages aufschreiben und jeweils anfügen, was sein persönlicher Beitrag zum Gelingen war. „Das reicht von großen Dingen wie erfolgreichen Prüfungen über positive Erlebnisse mit anderen bis hin zu kleinen Sachen wie Sonne genießen oder Eichhörnchen beim Klettern zuschauen.“ Andere Forscher hätten herausgefunden, dass sich diese abendliche Reflexion sogar positiv auf den Schlaf auswirkt.

Glück definieren Psychologen als subjektives Wohlbefinden, gekennzeichnet vom häufigen Auftreten positiver Gefühle und seltenem Auftreten negativer Emotionen. Um dies zu messen, haben die Braunschweiger Forscher die international anerkannte Messskala Scale of Positive and Negative Experience (SPANE) ins Deutsche übersetzt. Erste Ergebnisse bei den Studenten weisen Rahm zufolge darauf hin, dass das Training nachhaltig sein könnte. Ende April beginnt ein Pilotversuch mit Lehrkräften an einem Braunschweiger Gymnasium.

Von dpa/RND/wer

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