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Geckos: Neue Art in Uni-Sammlung entdeckt

Marburger Fund Geckos: Neue Art in Uni-Sammlung entdeckt

Unter falschem Namen haben kleine Echsen in der Sammlung der Universität Marburg seit fast 90 Jahren gelagert. Die in Alkohol konservierten Tiere gehören zu einer bislang unbekannten Art, wie Biologen erst jetzt feststellten. Es handelt sich um Bogenfingergeckos.

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Ein Bogenfingergecko auf der indonesischen Insel Java. Die bisher unbeschriebene Art wurde von Forschern der Universität Marburg entdeckt.

Quelle: Mecke

Marburg. Die kleine Geckoart aus Asien hat lange Zeit auf ihre wahre Entdeckung warten müssen. Forscher der Uni Marburg fanden heraus, dass die seit den 20er Jahren konservierten Echsen zu einer bislang unbekannten Art gehören. "Man braucht auch etwas Gespür, um so eine Entdeckung zu machen", sagte Biologe Sven Mecke über den Fund, der ihm nach eigenen Angaben zusammen mit Studenten in einem Frankfurter Naturkundemuseum gelungen ist. "Ein wenig indianajonesmäßig muss man schon vorgehen."

Um zu klären, dass es sich wirklich um eine neue Art handelt, wälzten die Nachwuchswissenschaftler die Literatur und nutzten Materialien weiterer Museen. Die Forscher waren bereits 2015 ins Senckenbergmuseum nach Frankfurt gekommen, um ihre in Asien durchgeführte Freilandforschung über Geckos abzuschließen. "Für die Auswertung der Daten benötigen wir ein möglichst breites Bild, deshalb nutzen wir Museumssammlungen, weil wir dort viele Vergleichsmöglichkeiten für die Bestimmung von Arten haben", erläuterte Mecke. Dabei machten sie ihre überraschende Echsen-Entdeckung. Am Ende war klar: Es handelt sich um einen Bogenfingergecko, und zwar um "Cyrtodactylus klakahensis", benannt nach seinem Fundort auf der indonesischen Insel Java. Die Forscher hatten darüber vor kurzem in einem Fachmagazin sowie in der "Oberhessischen Presse" berichtet.

Gewässerkundler waren es, die bei einer Java-Expedition 1928/1929 mehrere dieser Geckos einsammelten. Die Tiere seien damals in Alkohol konserviert und letztlich falsch eingeordnet worden. Dem Senckenbergmuseum zufolge kommt es durchaus vor, dass eigene oder externe Forscher Sammlungsstücke neu klassifizieren. "Das ist ein ganz normaler Vorgang in vielen Museen und liegt nicht unbedingt daran, dass zuvor etwas falsch eingeordnet wurde. Unter beispielsweise 30 gut bekannt geglaubten Individuen kann sich, etwa durch neue Forschungsmethoden oder Erkenntnisse, herausstellen, dass diese Anzahl aus zwei oder sogar mehreren Arten besteht", teilte Sprecherin Alexandra Donecker mit. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung beherbergt demnach 38,5 Millionen Sammlungsserien - damit gehöre sie zu den größten in Europa. 

Nach Ansicht von Biologe Mecke sind solche naturkundlichen Sammlungen sehr wichtig für die Wis senschaft. Sie seien große Schatzkammern: "Man kann davon ausgehen, dass dort noch eine sehr große Anzahl von Arten darauf wartet, entdeckt zu werden." Immerhin seien die Sammlungen riesig und teils schon vor Jahrzehnten angelegt worden. lhe

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